Gefühlte Niederlage für den RSV Urbach

Urbachs Coach Angelo Mule war nach dem Schlusspfiff stinksauer über die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft im Spiel gegen den Tabellenführer präsentiert hat.

Das Unentschieden gegen Nümbrecht war mehr als unnötig und zwei Punkte wurden verschenkt.

Dabei konnten die Urbacher nach dem Auswärtserfolg vom vergangenen Wochenende bei Homburg-Bröltal mit breiter Brust auflaufen und hatten sich auch viel vorgenommen für diese Partie.

Die RSV-Kicker bekamen aber nur sehr schwer Zugriff auf das Match und die Anfangsphase war qualitativ sehr überschaubar. Nach rund einer viertel Stunde entwickelte sich dann die erste Torchance, als Thorsten Franke nach einer Ecke zum Kopfball kam, der dann gefährlich abgefälscht wurde, aber letztlich doch noch vom Gästekeeper pariert werden konnte. Im Anschluss dann wieder viel Unruhe auf beiden Seiten mit Ballverlusten und wenig durchdachten Aktionen. Erst so zwischen der 35. Und 40. Minute kam wieder etwas mehr Bewegung in die Partie, Fabian Mehring und Roberto Herkendell scheiterten jedoch beide knapp.

Als sich alle schon auf die Halbzeitpause vorbereiteten, wurde es dann doch noch mal aufregend. Zunächst stellte Schiedsrichter Alexander Bolz den Nümbrechter Dennis Kania nach wiederholtem Foulspiel vom Platz und nach dem anschließenden Freistoß zappelte die Kugel plötzlich im Netz der Gäste. Der Linienrichter hatte jedoch die Fahne gehoben und auf Abseits erkannt, eine zumindest zweifelhafte Entscheidung.

Kurz nach dem Seitenwechsel nahm Mule dann Innenverteidiger Andi Kreusch vom Platz, da dieser gelb-rot gefährdet war. Sven Czakalla nahm seinen Platz ein und bemühte sich zusammen mit seinen Mitspielern um einen strukturierten Spielaufbau. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die numerische Überlegenheit endlich umgesetzt werden konnte. In der 61. Minute war es dann soweit, als Kapitän David Inden nach Vorlage von Daniel Garcia Martinez den Ball aus 14 Metern im Kasten versenkte.

Wer nun jedoch dachte, die Gäste würden aufmachen und mit aller Wucht auf den Ausgleich drängen, der sah sich getäuscht. Trainerfuchs Hans Jordan ordnete massive Defensive an und mit zwei Viererketten wurde mächtig Beton angerührt.

Von außen konnte man den Eindruck bekommen, dass die Nümbrechter mit einem Tor vorne liegen und diese Führung verteidigen wollten. Der RSV Urbach stellte sich in dieser Phase aber auch sehr ungeschickt an und es ergaben sich keine richtigen Chancen mehr, den „Deckel drauf" zu machen.

In den letzten 10 Minuten änderten die Gäste dann plötzlich ihre Taktik und suchten ihrerseits auch den Weg nach vorne. Von dieser Änderung der Marschrichtung sichtlich überrascht, verloren die Urbacher nun fast komplett den Überblick und es kam, wie es kommen musste. Nachdem Chancen in der 80. und 86. Minute noch vergeben wurden, gelang den Gästen dann doch der Ausgleich kurz vor Schluss. Eine Flanke von der rechten Seite wurde immer länger und landete am 2. Pfosten auf dem Kopf von Marvin Jungjohann, der Marcel Gierens dann auf dem falschen Fuß erwischte und für grenzenlosen Jubel im Gästelager sorgte.

Lange Gesichter hingegen auf Urbacher Seite, konnte doch erneut kein Heimsieg eingefahren werden. Nächste Woche geht es nach Wiehl, wo mit dem dort ansässigen FV ein starker Aufsteiger auf den RSV wartet.

Urbach spielte gegen Homburg-Nümbrecht in folgender Formation:

Marcel Gierens, Seyhan Erdek, Andreas Kreusch (50. Sven Czakalla), Markus Geis, Thorsten Franke, David Inden, Fabian Mehring, Roberto Herkendell (71. Kevin Martin Rountas), Daniel Garcia Martinez (78. Thomas Tseliopoulos), Yannick Hennemann, Kevin Arndt