Urbacher Erste mit glücklichem Punktgewinn auf Leverkusener Asche

Am Ende war ein deutliches und tiefes Durchatmen auf Urbacher Seite zu vernehmen, als Schiedsrichter Sitki Yigitbasi die Begegnung nach knapp 96 Minuten abpfiff. Das 1:1 war schmeichelhaft für die Gäste aus Porz, auch wenn es am Ende fast noch für einen „Dreier" gereicht hätte. Aber der Reihe nach.

Von Beginn an legte die Truppe von Ex-Profi Marcus Feinbier los wie die Feuerwehr und wollte den Urbachern direkt klarmachen, wo heute hier der Hase lang läuft.

Eine massive Präsenz in jedem Zweikampf irritierte die Gäste doch mehr als erwartet und als bereits nach knapp 5 Minuten der Leverkusener Führungstreffer durch Abdullah Üstündag fiel, schien das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Der RSV bekam überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel, fast alle Kopfballduelle gingen verloren und man war nur damit beschäftigt, den FCL vom Tor fernzuhalten.

Der ungewohnte Untergrund tat auch seinen Teil dazu, denn die tiefe Asche ließ ein kontrolliertes Aufbauspiel mittels Kurzpässen überhaupt nicht zu. Dieser Umstand war aber schon seit Monaten bekannt und es verwunderte doch ein wenig, dass die Gäste ob dieser Platzverhältnisse scheinbar irritiert waren.....

Auf der Tribüne fragten sich nicht wenige der mitgereisten RSV-Fans, warum nicht in der vergangenen Woche die Trainingseinheiten auf dem Ascheplatz an der Humboldtstraße durchgeführt wurden. Der dortige Untergrund ist identisch schlecht und geschadet hätte es bestimmt nicht, sich schon mal damit vertraut zu machen.

Die Leverkusener hätten problemlos drei oder vier weitere Tore in Hälfte eins erzielen können, scheiterten aber entweder an Marcel Gierens oder an der eigenen Abschlussschwäche, so dass es nach 45 Minuten aus Urbacher Sicht nur schmeichelhaft 0:1 stand.

FCL-Keeper Alexander Baulig musste übrigens bis zum Seitenwechsel keinen einzigen Ball parieren.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit änderte der RSV seine Spielweise. Coach Angelo Mule beorderte David Inden in die Sturmspitze, wo er jetzt zusammen mit Tobi Lösing vermehrt mit langen Bällen gefüttert werden sollte. Eine Spielweise, die Mule sonst zuwider ist, auf einem Untergrund wie heute, aber ein durchaus legitimes Mittel darstellt. Die Urbacher hielten dann auch tatsächlich besser mit, die größeren Spielanteile hatten dennoch weiterhin die Hausherren. Der eingewechselte Aristote Mambasa Masu schoss in der 54. Minute knapp am langen Eck vorbei; das wäre wohl die Entscheidung gewesen.

So kam es dann aber, wie es manchmal kommt im Fußball. Ein langer Pass von Routinier Christian Brendel über die Leverkusener Abwehr hinweg landete genau im Lauf von David Inden und der Urbacher Kapitän spielte all seine Erfahrung aus und überwandt Baulig mit einem gefühlvollen Lupfer zum 1:1 in der 80. Minute.

Jubel und Erleichterung auf Urbacher Seite vermischten sich mit neuer Hoffnung und einer plötzlich aufkommenden Nervosität auf Leverkusener Seite und tatsächlich ergaben sich in der 87. und 89. Spielminute noch hochkarätige Chancen für den RSV. Lösing und Daniel Garcia Martinez scheiterten jedoch beide knapp.

Ein Sieg wäre aber auch nicht verdient gewesen, so bleiben die Urbacher im fünften Spiel hintereinander ungeschlagen und können sich freuen, dass am nächsten Wochenende wieder auf Kunstrasen gespielt wird.

Der RSV Urbach trat beim FC Leverkusen in folgender Aufstellung an:

Marcel Gierens, Seyhan Erdek, Nino Göbel, Andreas Kreusch, Marcus Heinrich, Tobias Lösing, David Inden, Fabian Mehring (41. Daniel Garcia Martinez), Christian Brendel, Yannick Hennemann (77. Marcel Otto), Kevin Arndt