Eiskalte Urbacher schocken Schlebusch

Die Anspannung war deutlich zu spüren auf der Anlage des SV Schlebusch. Spielern, Trainern und Zuschauern war klar, dass gegen die Gäste vom RSV Urbach unbedingt ein Sieg eingefahren werden musste, wollte man sich noch eine realistische Chance auf einen Aufstiegsplatz bewahren.

In der Anfangsphase verhinderten gegenseitiger Respekt voreinander und eine gewisse Nervosität ein besseres Spiel. Schlebusch hatte etwas mehr Ballbesitz, aber der RSV Urbach stand hinten ziemlich sicher und ließ nichts anbrennen.

Ein Schuss in der 15. Minute ging am Kasten des RSV vorbei und ein Versuch von Tobias Lösing mit seinem schwachen rechten Fuß stellte Schlebuschs Schlussmann Dennis Hill vor keine wirklichen Probleme.

Die Gäste bekamen jedoch nach und nach mehr Kontrolle über das Spiel, auch wenn sich das nicht unbedingt durch einen hohen Anteil an Ballbesitz bemerkbar machte.

Die Belohnung folgte in der 29. Minute als Yannick Hennemann mustergültig von Kapitän David Inden angespielt wurde und eiskalt abschloss.

Die Schlebuscher hatten aber sofort eine gute Antwort parat. Mit dem Gegenzug gelang Sven Wilk der vielumjubelte Ausgleich und die Arena kochte. SVS-Trainer Stefan Müller trieb seine Jungs weiter nach vorne und der RSV hatte durchaus etwas Glück, dass bis zur Halbzeit kein weiterer Treffer fiel. Die starke Hintermannschaft in Verbindung mit dem Aluminium der Querlatte wusste das zu verhindern und strahlte Souveränität aus. Die Innenverteidiger Andi Kreusch und Kevin Arndt hatten stets alles im Griff.

In der zweiten Hälfte demonstrierten die Gäste dann von Beginn an, wie man mit schnellem Konterfußball a la Borussia Mönchengladbach der 70-er und 80-er Jahre auch heute noch erfolgreich sein kann.

In der 50. und 52. Minute brachte ein Doppelschlag die Vorentscheidung. Tempofußball vom allerfeinsten wurde nun zelebriert. Messerscharfe Pässe in die Schnittstelle und anschließende Präzisionspässe nach innen sorgten für bewundernde Blicke nicht nur bei den Urbacher Fans.

Yannick Hennemann und Tobias Lösing brauchten jeweils nur noch den Fuß hinzuhalten.

Schlebusch musste nun alles riskieren, merkte aber schon recht bald, dass es heute wohl nicht reichen würde. Urbach war einfach zu souverän und die Gefahr eines weiteren Konters lag stets in der Luft. In der 76. Minute war es dann soweit. Inden setzte sich über rechts durch und sein Pass zu Lösing kam genau auf dessen Fuß. Sein 21. Saisontreffer brachte die endgültige Entscheidung, auch wenn die Hausherren in der 84. Minute durch einen schönen Treffer von Sebastian Kügler nochmals verkürzen konnten.

Der RSV Urbach hat zum Saisonende nochmals eindrucksvoll gezeigt, welches Potential in dieser Mannschaft steckt, musste aber auch erkennen, dass Konstanz in den Leistungen ein wesentlicher Faktor ist, wenn man ganz oben mitspielen will.

Klares Ziel ist es nun, auch die beiden abschließenden Spiele siegreich zu gestalten und vielleicht klappt es ja doch noch mit Platz fünf.

Der RSV Urbach spielte in Schlebusch mit folgender Mannschaft:

Marcel Gierens, Seyhan Erdek, Andi Kreusch, Torsten Hawighorst, Markus Geis, Thorsten Franke, Tobi Lösing (90. Marcus Heinrich), David Inden (80. Daniel Martinez Garcia), Roberto Herkendell, Yannick Hennemann (69. Paul Sobczyk) und Kevin Arndt