Derbyniederlage zum Auftakt

Was will man eigentlich mehr zum Saisonauftakt? Der Spielansetzer der Bezirksliga hatte ein Einsehen mit den fußballhungrigen Menschen in Porz und bescherte ihnen direkt am ersten Spieltag das Derby aller Derbys. Der RSV Urbach war „Gast" bei der SpVg. Porz und rund 350 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Im Vorfeld der Saison gab es viele Vorschusslorbeeren für den Aufsteiger und da die Vorbereitung des RSV Urbach durchaus als holprig zu bezeichnen war, hatten die Porzer von vielen die Favoritenrolle zugeteilt bekommen.

Zu Beginn fiel es den Jungs von Coach Ümit Bozkurt jedoch schwer, dieser gerecht zu werden. Der RSV Urbach hatte von Beginn an deutlich mehr vom Spiel und kam auch zu den ersten Chancen, wenn diese auch keine Hochkaräter waren. Dennis Fey verzog in der 9. Minute, Thorsten Franke prüfte in der 13. Minute Michael Skibba mit einem Eckball und in der 14. und 15. Minute scheiterten Nikolas Schmitz und Paul Sobczyk mit Fernschüssen.

Die Begegnung war bis zu diesem Zeitpunkt intensiv, aber stets fair.

Die Porzer hatten keine Ideen in Halbzeit 1 und lediglich zwei Freistöße hätten für Gefahr sorgen können, was sie aber auch nicht taten.

Die Überlegenheit der Mule-Truppe hielt an, lediglich die letzte Entschlossenheit vor dem gegnerischen Kasten wurde vermisst.

Nach rund einer halben Stunde hatte dann der Schiedsrichter Cemal Cam kein glückliches Händchen. Der Mittelrhein-Liga-Referee, der vom Verband extra für dieses Top-Spiel angesetzt wurde, bedachte Porz' Abwehrspieler Muhammet Yildirim nur mit der gelben Karte, nachdem dieser gegen Nikolas Schmitz nachgetreten hatte.

Mehrere erfahrene Schiedsrichter auf der Anlage hatten für diese Entscheidung nur Kopfschütteln übrig und waren sich einig, dass es nur eine Entscheidung hätte geben dürfen, glatt rot. Wer weiß, wie sich das Spiel weiter entwickelt hätte, wenn die Porzer eine Stunde mit 10 Mann hätten spielen müssen?

Es war eigentlich klar, dass es so in der zweiten Halbzeit nicht weitergehen konnte und Bozkurt reagierte auch prompt. Mit Okan Adas und Kevin Klein brachte er zwei Youngstars, von denen man in Zukunft mit Sicherheit noch viel hören wird.

Die beiden fügten sich sehr gut ein und die SpVg. zeigte nun auch durchdachte Aktionen im Spiel nach vorn.

Die Belohnung gab es in Minute 64., als Tugay Düzelten zunächst den Pfosten traf, Soner Berk den ersten Nachschuss noch nicht verwerten konnte, dann aber der eingewechselte Klein zum vielumjubelten Führungstreffer für die Porzer einnetzte.

RSV Coach Mule reagierte sofort und brachte Sturmtank Veton Balaj für Benni Müller um die Offensive noch mehr zu verstärken.

Diese Bemühungen schienen dann aber schlagartig zum scheitern verurteilt, als Niki Schmitz in der 77. Minute vom Platz flog. Die gelb-rote Karte wegen Foulspiels mit gestrecktem Bein war vertretbar, auch wenn nicht wirklich was passiert ist.

Dieser Platzverweis war eine Art Weckruf, den jetzt entwickelte sich eine Schlussphase mit allem was das Salz in der Suppe (bei einem Derby) ausmacht.

Urbach riskierte alles und Tobias Lösing scheiterte mit seinem Kopfball in der 79. Minute nur ganz knapp.

Porz bekam nun logischerweise vermehrt Konterchancen und in der 86. Minute pfiff Cam einen Elfmeter für die Porzer. Obwohl Franke und Erdek nachher beteuerten, den Gegner nicht berührt zu haben, sah es von außen doch so aus, dass die Entscheidung wohl korrekt gewesen ist.

Die Urbacher gaben immer noch nicht auf und bekamen in der 89. Minute auch einen Strafstoß zugesprochen. Seyhan Erdek, der heute die ungewohnte Position des rechten Offensivspielers einnahm, wurde zu Fall gebracht und Tobi Lösing, der letztjährige Torschützenkönig der Liga, ließ sich die Chance zum Anschlusstreffer nicht nehmen.

Der Unparteiische zeigte 3 Minuten Nachspielzeit an, die es in sich hatten. Zunächst flog ein weiterer Urbacher Spieler mit gelb-rot vom Platz (Markus Geis konnte Okan Adas nur durch ein Foulspiel stoppen) und in der 93. Minute dann helle Aufregung an der Brucknerstraße. Urbachs Routinier Paul Sobczyk schoss einen Freistoß aus rund 20 Metern und als der Ball in den Strafraum flog wurde dieser von einem Porzer Verteidiger mit der Hand abgewehrt. Der Schiedsrichter hatte die Pfeife schon im Mund, im letzten Moment verließ ihn dann jedoch der Mut, diese auch zu betätigen.

Im Anschluss vernahm man selbst von vielen eingefleischten Porzer Fans die Meinung, in dieser Szene viel Glück gehabt zu haben.

Ein Unentschieden hätte der Partie gut zu Gesicht gestanden und wäre auch in Ordnung gegangen, aber hätte und könnte gilt bekanntlich nicht im Fußball....