RSV nach 0:1 auf Abstiegsplatz

RSV Coach Angelo Mule war mehr als bedient, als die 90 Minuten plus Nachspielzeit endlich vorüber waren. Seine Mannschaft hatte es einfach nicht verstanden, die Kugel im gegnerischen Tor unterzubringen und das, obwohl die Gäste rund 50 Minuten mit nur 10 Mann auskommen mussten.

Nach der Auftaktniederlage im Derby gegen Porz sollte für den RSV Urbach diesmal etwas Zählbares herausspringen, obwohl der Gegner mit seinem 3:1 Erfolg gegen Schlebusch in der Vorwoche ein Ausrufezeichen setzte.

Mule konnte wieder auf Markus Geis zurückgreifen, der seine gelb-rot-Sperre im Pokal unter der Woche abgesessen hat, musste aber auf Nikolas Schmitz verzichten, der sich auf einer Auslandsreise befindet.

Nach gegenseitigem Abtasten in der Anfangsphase folgte der erste „Hallo-Wach-Moment" in der 7. Minute als Urbachs Schlussmann Marcel Gierens einen Ball aus kurzer Distanz parieren konnte, der eindeutig in die Kategorie „Unhaltbar" gehörte.

Motiviert dadurch kamen die Gastgeber in der Folgezeit besser ins Spiel und Veton Balaj, der diesmal in der Sturmspitze eingesetzt wurde, hatte Großchancen in der 13. und 22. Minute. Bei seiner 1 gegen 1 Situation gegen Nümbrechts Keeper Dennis Kulisch stellte er sich nicht gerade geschickt an. Auch die Gäste kamen zu Chancen, wovon die größte Kilian Seinsche in der 31. Minute liegen ließ.

Kurz vor der Halbzeit kam dann richtig Feuer ins Match. In der 41. Minute unterschätzte Kulisch einen hohen Ball und nahm diesen außerhalb des Strafraums in die Hand. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass, hätte er das nicht getan, Dominik Krauskopf vor dem leeren Tor gestanden hätte. Schiedsrichter Alexander Bolz, der die Partie im übrigen stets gut im Griff hatte, blieb keine andere Wahl, als den Schlussmann des SSV vorzeitig in die Kabine zu schicken.

Florian Schneider nahm nun seinen Platz ein und bekam direkt Arbeit. Nachdem zunächst ein Tor der Nümbrechter wegen Abseits nicht anerkannt wurde (44.) war es Krauskopf auf Urbacher Seite, der alleine auf Schneider zulief, jedoch kläglich scheiterte.

Die rund 150 Zuschauer an der Brucknerstraße hofften darauf, dass die zweite Halbzeit mit einem Mann mehr nun die Entscheidung zu Gunsten des RSV bringen würde. Bereits in der 48. Minute wäre es fast soweit gewesen, aber der Kopfball von Balaj ging auf die Latte und ein Treffer von Kapitän Torsten Hawighorst in der 52. Minute wurde wegen Abseits nicht anerkannt.

Aus unerklärlichen Gründen verloren die Urbacher ab der 55. Minute dann aber vollständig den Faden und die Gäste aus dem Oberbergischen bestimmten die Partie. Es war nicht mehr zu erkennen, dass sie mit einem Spieler weniger auf dem Platz waren, im Gegenteil, der Führungstreffer wäre in dieser Phase absolut verdient gewesen. Alleine Kilian Seinsche hätte 2 Tore machen müssen und SSV-Coach Maik Alzer war an der Seitenlinie der Verzweiflung nahe.

Zu Recht, denn nicht selten werden ausgelassene Chancen bestraft. Tobias Lösing hätte diese Bestrafung durchführen können, aber mit seinem gefühlvollen Schuss an den Innenpfosten hat er den Nümbrechtern Gnade erwiesen.

Auf diese konnten die Urbacher dann im Gegenzug nicht bauen, denn Julian Balthes erzielte in der 83. Minute das Tor des Tages. Die lange Flanke von Christian Rüttgers in den RSV-Strafraum nahm er geschickt mit und ließ Gierens aus vier Metern keine Chance. Der Urbacher Schlussmann reklamierte zwar vehement auf Handspiel, fand beim Unparteiischen damit jedoch kein Gehör.

Der Treffer wirkte wie ein Schlag ins Genick und zu allem Überfluss bekam Mittelfeldakteur Seyhan Erdek, der in diesem Spiel noch den besten Eindruck auf Urbacher Seite (zusammen mit Torsten Hawighorst und Markus Geis) hinterließ, in der Nachspielzeit noch die rote Karte wegen eines völlig unnötigen Foulspiels in der eigenen Hälfte.

Das schwere Auftaktprogramm hat seine ersten Spuren hinterlassen und Urbachs Trainer Mule und Schneider müssen nun bis zum nächsten Wochenende Aufbauarbeit leisten. Motivationsprobleme sollte es keine geben, denn beim nächsten Gegner handelt es sich um Deutz 05, den Top-Favoriten in diesem Jahr.

David Inden, Kevin Arndt, David Knauf, Felix Tamme.....alles bekannte Namen in Porz....

Der Start der Deutzer war auch alles andere als gut (zwei mal remis) und mit einem Auswärtssieg kann sich der RSV Urbach in der Tabelle sogar vor die schwarz-gelben setzen.

Urbach spielte gegen den SSV Homburg-Nümbrecht in folgender Aufstellung:

Marcel Gierens, Seyhan Erdek, Nino Göbel (85. Benedikt Müller), Dennis Fey, Torsten Hawighorst, Markus Geis, Thorsten Franke, Tobias Lösing, Veton Balaj (62. Andreas Wilczek), Roberto Herkendell und Dominik Krauskopf (75. Yannick Hennemann)