Urbacher Serie hält

Der vierte Sieg in Folge war letztlich der Lohn für ein verdammt hartes Stück Arbeit und RSV-Coach Angelo Mule musste schon einige Male alles aus seiner Stimme rausholen um seinen Jungs den richtigen Weg zu weisen.

Mit breiter Brust und drei Erfolgen im Rücken trat man die Reise zum SV Bergisch Gladbach an und jeder beim RSV Urbach wusste, dass ein richtungsweisendes Spiel auf dem Programm stand. Mit einem weiteren Dreier konnte der Abstand auf die Abstiegsplätze auf sechs Punkte ausgebaut werden. Diese Chance sollte unbedingt genutzt werden und auch die Ausfälle von Top-Goalgetter Tobias Lösing (Oberschenkelprobleme), Thorsten Franke, Nikolas Schmitz, Dennis Fey, Kevin Wyborny und Dominik Krauskopf sollten diesem Vorhaben nicht im Wege stehen.

Zu seinem ersten Einsatz für die ganz in weiß auftretenden Urbacher kam Patrick Czaja. Der ehemalige Regionalligakicker vom Goslarer SC hat seinen Kreuzbandriss inzwischen auskuriert und trotz fehlender Spielpraxis war bereits deutlich zu erkennen, dass er eine Verstärkung für den RSV Urbach sein wird.

Auf Bergisch Gladbacher Seite war deutlich der Wille erkennbar die teilweise lustlosen Auftritte in den vergangenen Wochen vergessen zu machen. Trainer Uwe Ommer schickte eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 20 Jahren auf den Platz und die Jungs zeigten von Beginn an, dass die Punkte am heimischen Krüger-Jugend Sportzentrum bleiben sollten.

Nach einer Phase des gegenseitigen Abtastens mit kleineren Chancen auf beiden Seiten (Urbach in der vierten Minute durch Veton Balaj, Bergisch Gladbach in der 10. Minute mit einem Kopfball) fiel der Führungstreffer für die Hausherren in der 24. Minute dann doch etwas unerwartet. Der souverän agierende Schiedsrichter Alexander Bolz ließ nach einem Foul im Mittelfeld Vorteil laufen und der erst 19 Jahre alte Daniel Isken traf aus 16 Metern zur Führung für die Bergischen.

In der Folgezeit versäumten es die Platzherren nachzulegen. Urbach war in dieser Phase desorientiert und hatte den Faden weitestgehend verloren. Isken und die ebenfalls stark spielenden Patrick Paffrath und Jonas Mannshausen gelang es aber nicht, den erneut stark auftretenden RSV-Schlussmann Marcel Gierens zu überwinden. Immer mehr zeigt sich, dass Gierens vom intensiven Einzeltraining mit Torwarttrainerlegende Peter Gilges profitiert und dadurch auch hohe Sicherheit für seine Vorderleute ausstrahlt.

Angelo Mule schien die richtigen Worte in der Kabine gefunden zu haben, denn sofort nach Wiederanpfiff legten seine Jungs los wie von der Tarantel gestochen.

Bereits nach 30 Sekunden die erste Möglichkeit für Fabian Mehring und nur zwei Minuten später war es dann soweit. Auf präzises Zuspiel von Mehring fackelte Czaja nicht lange und drosch die Kugel aus rund 20 Metern in die Maschen des von Julius Engelhardt gehüteten SV-Tores. Was für ein Einstand für den Linksfuß, der im Anschluss von seinen Mannschaftskollegen euphorisch gefeiert wurde.

Nur eine Minute später hätte Muamer Meric den RSV schon auf die Siegesstraße bringen können, scheiterte aber am Keeper.

Auch in der Folgezeit hatte der RSV die reifere Spielanlage, die Bergisch Gladbacher waren aber ihrerseits auch gefährlich bei einzelnen Angriffen.

Ganz klar war jetzt aber zu erkennen, dass keine der beiden Mannschaften den Platz mit einem Unentschieden verlassen wollte.

Fabian Mehring hatte mehrfach die Möglichkeit zum Siegtreffer, blieb aber glücklos im Abschluss. Seine läuferische und kämpferische Leistung war in der 2. Hälfte jedoch tadellos.

Nach 75 Minuten musste Czaja dann den Platz verlassen und Benedikt Müller nahm seinen Platz ein. Der immer etwas schläfrig wirkende Youngster des RSV war von Beginn an hellwach und zirkelte einen Eckball in der 79. Minute genau auf den Kopf von Veton Balaj, der keine Mühe mehr hatte sein zweites Saisontor zu erzielen.

Balaj krönte damit seine wieder einmal starke Leistung und hat gezeigt, dass er endgültig angekommen ist. Auch seine Aktion in der 82. Minute, als er sich auf der rechten Seite mit brachialem Einsatz gegen drei Gegner durchtankte war sehenswert.

Mit der nötigen Routine spielten die Urbacher die Zeit anschließend runter und freuten sich nach dem Schlusspfiff über drei Punkte, die aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte durchaus auch als verdient zu bezeichnen sind.

Aufstellung des RSV Urbach in Bergisch Gladbach:

Marcel Gierens, Seyhan Erdek, Nino Göbel, Torsten Hawighorst, Markus Geis (46. Aykut Demircioglu), Paul Sobczyk, Fabian Mehring, Veton Balaj, Roberto Herkendell, Patrick Czaja (75. Benni Müller), Muamer Meric (58. Yannick Hennemann)