Beiträge

Urbach gibt nicht auf

Die Vorgaben an die Urbacher waren selten so klar und unmissverständlich, nur ein Sieg konnte dem RSV im Kampf um den Klassenerhalt noch weiterhelfen. Die 0:5 Demütigung aus dem Hinspiel musste raus aus den Köpfen und durfte nicht zum Hemmschuh werden.
Beide Trainer hatten mit nicht unerheblichen Personalproblemen zu kämpfen, die Pescher Bank war fast verwaist und auf Urbacher Seite standen mit Emre Polat und Aykut Akti zwei A-Junioren im Kader.
Die Hausherren legten von Beginn an ein zügiges Tempo vor und überraschten den FC Pesch schon früh auf dem falschen Fuß. In der dritten Minute stürmte Alex Manns über die rechte Seite und brachte eine scharfe Flanke Richtung erster Pfosten, wo Mirco Cwikowski lauerte und den Ball geschickt an Tim Löbbering vorbeispitzelte zur frühen 1:0 Führung. Cwikowski hätte in der 11. Minute erhöhen können, aber sein Kopfball ging knapp vorbei.
Die Gäste taten sich in der Anfangsphase sehr schwer und fanden nicht ins Spiel. Umso überraschender dann die Situation in der 18. Minute als Marcel Ferber schön frei gespielt wurde und plötzlich völlig alleine vor Schlussmann Nick Nollen stand. Der Urbacher Keeper konnte Ferber nur regelwidrig zu Fall bringen, was ihm eine gelbe Karte und den Peschern einen Elfmeter brachte. Christopher Kamien ließ sich diese Chance nicht entgehen und drosch die Kugel ziemlich humorlos in den oberen linken Torwinkel. Motiviert durch diesen Treffer wurde die Begegnung jetzt zwar etwas ausgeglichener, die besseren Möglichkeiten lagen aber eindeutig auf Seiten der Urbacher. Die größte Möglichkeit hatte Peter Schröder in der 33. Minute nach einem tollen Zuspiel von Fabian Mehring. Zehn Meter vor dem Tor, traf er völlig freistehend, den Ball nicht richtig und verzog kläglich u mehrere Meter am Tor vorbei.
Schockiert durch das Auslassen dieser Großchance entstand im Gegenzug ein schneller Angriff der Gäste über die rechte Seite. Die scharfe Hereingabe vor das Tor verlängerte Fabian Mehring unglücklich in den eigenen Kasten.
Die Gäste führten wie aus heiterem Himmel mit 2:1 und hatten sogar Chancen höher zu stellen, was aber nicht gelang.
Urbachs Trainer Mladen Drmonjic und Chris Brendel hielten ihre Halbzeitansprache am Mittelkreis und brachten mit Emre Polat und Valentin Stamboliev für Cwikowski und Pasquale Consiglio frische Kräfte, was sich sofort auszahlte.
Von Beginn an spielten jetzt fast nur noch die Hausherren und es ergaben sich Unmengen an Torchancen.
In der 46. Minute schoss Mehring zu hoch, in der 50. verpasste Schröder eine Hereingabe von Bene Habroune und in der 57. Minute meisterte Löbbering einen Kopfball von Mehring.
In der 60. Minute gab es das Debüt von Aykut Akti im Seniorenfußball. Der Youngster kam für den nimmermüden Halit Elouelji, der alles gegeben hatte am heutigen Tag.
Unmittelbar nach dieser Auswechslung dann ein Aufschrei im Brucknerstadion als Peter Schröder im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Der souveräne Schiedsrichter Dennis Schmidt stand unmittelbar daneben und zeigte sofort auf den Punkt und zusätzlich gelb für Philipp Baum.
Zunächst sah es so aus, als würde Kapitän Andi Kreusch zur Ausführung schreiten, im letzten Moment übergab er dann aber doch noch an den etatmäßigen Schützen Peter Schröder, der sehr sicher verwandelte und den hochverdienten Ausgleich zum 2:2 markierte. Urbach wollte jetzt unbedingt auch noch den Siegtreffer und vergaß dabei fast die Defensivarbeit. In der 64. Minute verhinderte Kreusch mit einer Monster-Rettungstat den Ausgleich. Nollen war schon geschlagen und Kreusch rettete per Kopf akrobatisch auf der Linie.
Aufgepusht durch diese Rettungstat übernehmen die Hausherren sofort wieder das Kommando und der Einbahnstraßenfußball ging munter weiter. Eine Doppelchance für Schröder in der 69. und 70. Minute führte nicht zum Erfolg und auch der Schuss von Habroune in der 75. Minute verfehlte sein Ziel knapp.
Die Zeit lief den schwarz-weißen nun so langsam davon und manch einer der rund 50 Zuschauer wurde zunehmend ungeduldig und nervös.
Zur Beruhigung aller dann die vermeintliche Erlösung rund neun Minuten vor Schluss. Ein Angriff über die rechte Seite endete mit einer verworrenen Aktion im Fünfmeterraum. Schröder und Mehring trafen den Ball nicht richtig und irgendwie kam das Spielgerät zu Emre Polat, der die Kugel zum 3:2 über die Linie stocherte.
Die Jubelstürme waren unbeschreiblich! Unbeschreiblich aber auch die Schlussphase der Begegnung. Urbach war plötzlich von der Rolle und der FC Pesch kam zu hochkarätigen Chancen in der Nachspielzeit. Nollen verhinderte mit einer sensationellen Parade den Ausgleich nach einem Kopfball und in der 93. Minute schoss Kamien völlig freistehend aus fünf Metern über das Tor.
Der erlösende Schlusspfiff war dann gleichzeitig der Anpfiff zum Countdown für den Abstiegsgipfel am kommenden Wochenende beim SC Mülheim-Nord.
Ein Sieg dort könnte den Klassenerhalt für den RSV Urbach tatsächlich wieder in greifbare Nähe bringen.

Urbach spielte gegen den FC Pesch mit folgender Aufstellung:
Nick Nollen, Andreas Kreusch, Sven Czakalla, Peter Schröder, Mirco Cwikowski (46. Emre Polat), Alex Manns, Bene Habroune, Fabian Mehring, Vladyslav Shykhov, Pasquale Consiglio (46. Valentin Stamboliev) und Halit Elouelji (60. Aykut Akti)