RSV lässt Punkte liegen

Eine klassische Derbystimmung wollte unter der Woche nicht richtig aufkommen beim RSV Urbach, Spiele gegen den SV Westhoven-Ensen sind eben doch etwas anderes als Begegnungen gegen den direkten Nachbarn.

Mit dem Anpfiff war dann aber doch das Feuer da, welches solche Spiele schon so oft zu einem Spektakel gemacht haben.

Die Hausherren wollten ihre Serie unbedingt fortsetzen und weiter ungeschlagen bleiben in den Porzer Derbys. Der RSV hingegen kam mit dem Selbstbewusstsein des Sieges gegen Deutz 05 an die Oberstraße und übernahm auch nach rund 10 Minuten des gegenseitigen Abtastens die Kontrolle über das Spiel.

Nikolas Schmitz scheiterte mit einem Schuss aus rund 13 Metern und Fabian Mehring kam an eine Vorlage von Tobias Lösing nicht richtig heran.

Die blau-gelben hatten ebenfalls eine dicke Chance durch einen direkten Freistoß aus rund 23 Metern, den Urbachs Schlussmann Marcel Gierens allerdings mit einer Weltklasseparade entschärfen konnte.

Weniger Glück hatte sein Pendant auf Westhovener Seite. Sebastian Smolka konnte ab der 19. Minute nicht mehr weiterspielen, da er unglücklich mit Fabian Mehring kollidierte und sich am Knöchel verletzte. Gute Besserung von dieser Seite!

Dario Schweitzer nahm seinen Platz ein und musste kurz nach seiner Einwechslung zum ersten Mal hinter sich greifen. Ein Freistoß von der linken Seite wurde von Paul Sobczyk verlängert und erreichte Fabian Mehring im Sturmzentrum. Mehring schien den Zweikampf schon verloren zu haben, stand dann aber blitzschnell wieder auf, setzte nach und spitzelte die Kugel zur Urbacher Führung ins Netz.

Es schien nun so, dass die Gäste ihre technische Überlegenheit ausspielen konnten und als Patrick Czaja in der 34. Minute einfach mal aus 25 Metern abzog ging ein Raunen durch die gut gefüllte Arena an der Oberstraße. Schweitzer war erneut ohne Chance. Der SVW ließ jedoch nicht die Köpfe hängen und blieb dran. Der Lohn folgte in der 37. Minute als Lukas Pinner nach einem Eckball das Durcheinander in der Urbacher Abwehr ausnutzte und aus 10 Metern flach ins Tor traf. Nur am Rande sei erwähnt, dass der Ball vor dem Eckball die Torauslinie nicht überschritten hatte.

Noch vor der Pause hätte der RSV Urbach die Führung wieder ausbauen können, aber Schmitz verzog aus 12 Metern über das Tor nachdem er sich zuvor schön über links in den Strafraum durchsetzen konnte.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit entwickelte sich dann ein völlig anderes Spiel. Der SV Westhoven agierte vermehrt mit langen Bällen nach vorn und konnte mit diesem, wenn auch nicht sehr modernen Spielsystem, immer wieder für Gefahr sorgen. Eine Doppelchance in der 49. Minute endete mit einem Schuss von Raimund Schmitz, der knapp am Giebel vorbei flog.

Das Spiel wurde zunehmend ruppiger ohne dass es jedoch wirklich unfair war. Gesunder Einsatz mit teilweise etwas zu viel Theatralik auf beiden Seiten und mit Mustafa Özdemir ein Schiedsrichter, der nicht seinen besten Tag hatte, um es mal freundlich auszudrücken. Die Zweikämpfe zwischen Veton Balaj und Jörg Bender waren sehenswert an der Grenze des Erlaubten.

Fabian Mehring bekam, wie jeden Sonntag, ordentlich auf die Knochen, verpasste es aber bei einem Foul in der 70. Minute sich fallen zu lassen. Der Schiedsrichter hatte die Pfeife bereits im Mund, benutzte diese aber nicht, als er sah, dass Mehring nicht reklamierte. Der Ball erreichte so den völlig frei stehenden Sinan Soycan, der Gierens mit einem eleganten Heber austrickste.

Nach dem Ausgleich waren die Gäste völlig von der Rolle und der Siegtreffer für die Hausherren lag eher in der Luft als ein weiterer Treffer für die schwarz-weiß gekleideten Gäste.

In der 76. Minute zappelte der Ball dann auch im Tornetz, aber der Westhovener Jubel wurde im Keim erstickt, weil der Assistent auf Abseits erkannt hatte.

Eingefleischte SVW-Fans bestätigten aber nach dem Schlusspfiff fair die Richtigkeit dieser Entscheidung.

In der 80. Minute gab es dann noch den für ein Derby obligatorischen Platzverweis. Nils Jansen erwischte es mit gelb-rot auf Westhovener Seite, aber auch die Urbacher Balaj und Muamer Meric standen am Rande des vorzeitigen Ausschlusses.

Kurz vor Schluss hatte dann Tim Tonat noch eine dicke Möglichkeit aber sein Schuss aus halbrechter Position ging in die fünfte Etage des angrenzenden Wohnhauses.

Unter dem Strich geht die Punkteteilung in Ordnung, der RSV Urbach muss sich aber nächste Woche deutlich steigern wenn man gegen den FC Leverkusen erfolgreich sein will.

Urbach spielte beim SV Westhoven in folgender Aufstellung:

Marcel Gierens, Dennis Fey, Torsten Hawighorst, Thorsten Franke, Paul Sobczyk, Tobias Lösing (35. Veton Balaj), Nikolas Schmitz (63. Seyhan Erdek), Fabian Mehring, Roberto Herkendell, Patrick Czaja (77. Nino Göbel) und Muamer Meric