RSV setzt Siegesserie fort

Nachdem unter der Woche bekannt wurde, dass der BV Drabenderhöhe nächste Saison nicht in der Bezirkliga starten wird und somit die drei Absteiger mit Siegburger SV II, SC West und eben BV Drabenderhöhe feststanden, kam heute mit der bis letzten Spieltag noch abstiegsbedrohten Zweitvertretung des SV Bergisch Gladbach ein Gegner ohne unbedingten Siegesdruck nach Urbach.

Coach Mule schickte eine auf sechs Positionen runderneuerte Startelf auf den Rasenplatz der Bruckneranlage. Für die letzte Woche noch in der Anfangsformation stehenden Vilain, Gilles, Mehring und Schmitz, begannen heute Sobczyk, Weber, Franke und der sein Saisondebüt feiernde Monien.

Das Spiel begann mit zwei Paukenschlägen. Kurz nach Anpfiff wurde der Ball aus zentraler Position durch die Gladbacher Viererkette gesteckt und Czaja lief allein auf Gästekeeper Engelhardt zu. Czaja kreuzte clever seinen zu retten versuchenden Gegenspieler und kam für alle Zuschauer und Spieler klar zu sehen, durch einen Kontakt im 16er zu Fall. Der fällige Strafstoß samt roter Karte blieb zum Erschrecken aus Urbacher Sicht aus. Während sich noch lautstark über die Entscheidung des Unparteiischen echauffiert wurde, lief der Gladbacher Angriff über die linke Seite und nach Querpass hatte Urbach Glück, dass der Gladbacher Abschluss aus 10 Meter aus halbrechter Position über das Tor ging.

Nach ersten Minuten des Abtastens und Neutralisierens wurde schnell deutlich, wer hier heute das Heft in der Hand hatte. Urbach begann sich gefällig durch das Mittelfeld zu kombinieren, spielte aber die Angriffe entweder nicht in letzter Konsequenz zu Ende oder wurde durch das Schiedsrichtergespann mit einigen strittigen Abseitsentscheidungen zurückgepfiffen.

Nach 18 Minuten dann das 1-0 durch Thorsten Franke. Nach einer Geis Ecke konnte der Ball nicht vollends geklärt werden und so kam Franke nach Gewusel im Strafraum an den Ball. Der schien von seiner Unbedrängtheit etwas überrascht, der maximal in Rückpasshärte gespielte Ball sprang dem noch mehr überraschten Keeper Engelhardt aus kurzer Entfernung durch die Beine und trudelte ins Tor.

Drei Minuten später die nächste Großchance für den RSV. Wieder Geis mit einem gefährlichen Freistoß von der halblinken Seite, doch der am zweiten Pfosten mit nach vorn geeilte Hawighorst kam nur noch mit der Fußspitze an den Ball, der dadurch nicht mehr ausreichend platziert werden konnte.

Gladbacher Vorstöße waren rar gesät, wenn dann wurde mit langen aber zu unpräzisen Bällen auf die schnellen Spitzen Günay und Rohrbeck operiert.

Der RSV hatte zu diesem Zeitpunkt des Spiels gefühlte 70 % Ballbesitz, münzte aber die optische Überlegenheit nicht in Tore um. Bergisch Gladbach verteidigte mit ihrer Viererkette fünf Meter hinter der Mittelline und so konnte Urbach sich einige Situationen herstellen, wo gut durch die Schnittstelle gespielt wurde, der Querpass oder Abschluss aber den Angriff nicht krönen konnte. Urbachs Schlussmann Marcel Gierens musste einmal seine Klasse beweisen - nach einem Missverständnis in der Hintermannschaft konnte ein Gladbacher dazwischenspritzen und legte sich daraufhin den Ball etwas zu weit vor und Gierens war zu Stelle.

Zu betonen ist die Häufigkeit an gelinde gesagt fragwürdigen Abseitsentscheidungen seitens des Schiedsrichtergespanns. Coach Angelo Mule, von der Häufigkeit der Fehlentscheidungen merklich erzürnt, wurde kurz vor Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Alpaydin wegen zu heftigem Reklamierens des Feldes verwiesen. So gingen die beiden Teams mit einem für die Gladbacher schmeichelhaftem 0-1 in die Kabinen.

Zur zweiten Hälfte also Co – Trainer Schneider in der Cheftrainer Position an der Seite, sowie mit Gilles für den in der ersten Hälfte bemühten aber unauffälligen Weber auf der rechten Offensivbahn.

Kurz nach Wiederanpfiff wurde die Urbacher Schlafmützigkeit von cleveren Gladbachern ausgenutzt und in den Ausgleich umgemünzt. Urbach verlor an der Seitenlinie auf eigener Strafraumhöhe den Ball, dieser wurde schnell in die Mitte gespielt, wo Günay nach einer Mitnahme aus 8 Metern ins kurze Eck zum 1-1 Ausgleich abschließen konnte (49.). Ein Weckruf für den RSV zur rechten Zeit.

Die sehr robust und teilweise zu körperlich spielenden Gladbacher wussten sich in der Folge oft nur mit Fouls zu helfen, so auch in der 51. Minute. Nach einem in dieser Phase wiederholt guten Angriff über die rechte Seite, kam Gilles zum Abschluss. Engelhardt konnte mit dem Fuß klären, den Abpraller angelte sich Geis, der 17 Meter vor dem Tor in aussichtsreicher Position gelegt wurde. Den fälligen Freistoß verwandelte Czaja mit einem strammen halbhohen Schuss zum 2-1 in die Torwartecke, Engelhardt hatte auf einen Schlenzer über die Mauer spekuliert.

Von dieser erneuten Führung beflügelt, presste Urbach nach Wiederanstoß die Gladbacher gekonnt in die eigene Hälfte, nach Ballgewinn schickte Franke mit gutem Auge den klar nicht im Abseits stehenden Veton Balaj, eine schnelle Ballmitnahme, harter Flachschuss rechts unten ins Eck – 3-1 (52.).

Mit dieser beruhigenden Führung im Rücken spielte Urbach wie beflügelt auf. Das 4-1, ein Paradeangriff über Balaj, der den mit aufgerückten Erdek durch die Gasse fand, dessen flach und hart gespielte Hereingabe drückte Franke zu seinem zweiten Treffer am heutigen Nachmittag hinein (54.).

Bene Habroune kam dann für Nino Göbel, Franke übernahm nach zwei eigenen Treffern die Linksverteidiger Position und Habroune griff fortan über links an. Ein unnötig ruppiges Einsteigen von Rohrbeck hatte zur Folge, dass der bis dahin sehr agile Czaja mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelnd vom Feld musste, Yannick Hennemann nahm seinen Platz ein.

Der RSV erspielte sich in der Folge weitere gute Einschussmöglichkeiten, schoss sich aber keinen höheren Vorsprung heraus, der durchaus verdient gewesen wäre. Insgesamt eine völlig souveräne und konzentrierte Leistung des RSV, der mit dem 5. Sieg in Folge nach wie vor auf Tabellenplatz 6 verweilt und auf diesem auch rechnerisch die Saison abschließen wird.

Nächste Woche genießt der RSV wegen des Rückzugs vom SV Siegburg 04 II ein spielfreies Wochenende und dann erwartet man an der Brucknerstraße den SV Frielingsdorf.

Der RSV Urbach spielte gegen Bergisch Gladbach in folgender Aufstellung:

Marcel Gierens – Nino Göbel (55. Bene Habroune), Yannick Monien, Torsten Hawighorst, Seyhan Erdek – Markus Geis, Paul Sobczyk – Thorsten Franke, Patrick Czaja (69. Yannick Hennemann), Mike Weber (46. Noah Gilles) – Veton Balaj