Urbach mit Punktgewinn gegen Aufstiegsaspiranten

Das 1:1 Unentschieden zwischen dem RSV Urbach und dem FC Leverkusen hatte es wirklich in sich und die Zuschauer im Porzer Brucknerstadion mussten ihr Kommen nicht bereuen.
Was war nicht alles im Vorfeld gefachsimpelt und spekuliert worden; Urbach wird nach der Rundumerneuerung des Kaders in die Kreisliga A durchgereicht, Leverkusen wird nochmals angreifen mit dem Ex- Bundesligaspieler Ioannis Masmanidis und dem 1. Vorsitzenden als Interimstrainer.
Die Tipps reichten von 0:2 bis zweistellig.
Urbachs Coach Daniel Bartsch und sein spielender Co-Trainer Tulga Batur hatten eine wahrlich schwere Aufgabe zu meistern, hatte doch der Großteil des Kaders bislang nur Erfahrung in der Kreisliga sammeln können. Die Ergebnisse der Testspiele waren ebenfalls nicht berauschend und so war es durchaus verständlich, dass die Hoffnungen im RSV-Lager überschaubar waren.
Beide Teams konnten in Bestbesetzung antreten und der FC Leverkusen wollte von Beginn an die Marschrichtung vorgeben. Bereits nach sechs Minuten wurden drei gefährliche Schüsse auf den Kasten von Maxim Albov abgegeben, aber der Schlussmann des RSV war auf dem Posten und konnte direkt Ruhe auf seine Vorderleute ausstrahlen. Die Urbacher hielten mit viel Leidenschaft dagegen und konnten so die technische Überlegenheit der Gäste über weite Strecken kompensieren und setzten sogar zum einen oder anderen Entlastungsangriff an.
Es ließ sich jedoch nicht vermeiden, dass der FCL zu seinen Chancen kam.
In der 15. Minute verzog Ayhan Atar und in der 28. Minute verfehlte ein Linksschuss von Erkan Öztürk das Tor nur knapp. Masmanidis zeigte phasenweise seine Klasse und sein gutes Auge aber es war schon bemerkenswert, wie beispielsweise Muamer Meric oder auch Sascha Gesell immer wieder dagegen hielten um den Leverkusener Spielmacher möglichst nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Nach rund einer halben Stunde kam dann Burak Gencal im Urbacher Strafraum zu Fall, die Pfeife des Unparteiischen blieb jedoch stumm. Referee Tobias Hüsch hatte kein Foul erkannt, was bei den Gästen durchaus auf Unverständnis stieß.
Bis zum Seitenwechsel verlief die Partie dann durchaus ausgeglichen, ohne jedoch weitere erwähnenswerte Aktionen vor den Toren.
Der Halbzeitpfiff wurde mit lautem Applaus der Urbacher Zuschauer bedacht, hatten doch einige einsehen müssen, dass die Mannschaft sich deutlich besser verkauft hatte als von vielen erwartet.
Motiviert durch diesen Teilerfolg kamen die Akteure dann auch aus der Kabine und legten sofort richtig los. In der 50. Minute eroberte Sebastian Hemgesberg den Ball an der Mittellinie, spielte schnell weiter zu Meric, der dann den Laufweg von Tulga Batur erkannte und ihn perfekt anspielte. Der erfahrene Stürmer setzte seinen bulligen Körper geschickt ein und ließ dem heraneilenden Abwehrspieler keine Zugriffmöglichkeit. Ein Blick Richtung Tor und der anschließende fulminante Kracher in den Winkel lösten beim FCL-Schlussmann Fabian Mettke erstaunte Blicke aus und der Jubel war grenzenlos.
Jetzt war klar, heute ist was drin und alle gingen bis an ihre Grenze und teilweise darüber hinaus. Kapitän Kreusch ging voran, Ramazan Ceylan kämpfte bis zur totalen Erschöpfung, Sascha Gesell räumte einen Ball nach dem anderen ab und Paul Sobczyk und Muamer Meric zeigten technische Fähigkeiten, die schon beeindruckend waren. Insgesamt war es zu diesem Zeitpunkt eine tolle Teamleistung, denn jeder zog mit.
Fairerweise muss man jedoch sagen, dass die spielerische Überlegenheit der Gäste immer größer wurde. Chancen von Gencal (53.), Atar (62.) und Colovic (65.) wurden jedoch nicht genutzt und der RSV hatte Möglichkeiten zum kontern weil der FCL mehr oder weniger alles nach vorne warf.
Der eingewechselte Patryck Wasilewski hatte eine solche, scheiterte aber an Mettke (71.) und Batur wurde in der 75. Minute im Strafraum hart attackiert. Auch hier ließ der Unparteiische weiterspielen, ausgleichende Gerechtigkeit.
Albov rettete dann noch stark gegen Masmanidis (77.) und in der 84. parierte er einen Kopfball mit einer Glanzparade. Kurz darauf war es dann aber soweit. Bei einem Strafraumgestochere behielt Aristote Mambasa Masudi die Übersicht, oder besser gesagt, er hatte das Glück des Tüchtigen und traf zum hochverdienten Ausgleich für die Gäste.
Bis zum Schlusspfiff blieb der FCL zwar am Drücker, ein RSV-Konter wurde jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung auch noch zurückgepfiffen.
Am Ende war es ein toller Erfolg für den RSV Urbach, der jetzt zusätzliche Motivation für den Abstiegskampf freisetzen sollte.
Für die Gäste aus Leverkusen wohl eher ein Dämpfer, denn der Sieg in Urbach war mit Sicherheit eingeplant in der Jagd nach den Aufstiegsplätzen.

Der RSV Urbach spielte in folgender Aufstellung:
Maxim Albov, Sascha Gesell, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Tulga Batur, Aykut Demircioglu (60. Patryck Wasilewski), Ramazan Ceylan (80. Nico Müller), Sebastian Hemgesberg, Andreas Kreusch, Dominik Krauskopf (52. Valentin Stamboliev) und Muamer Meric