Ernüchterung beim RSV

Die Realität hat die Spieler des RSV Urbach wieder eingeholt. Eine Woche nach dem spektakulären Punktgewinn gegen das hochfavorisierte Starensemble des FC Leverkusen setzte es eine 1:2 Niederlage gegen den SV Frielingsdorf.
Der Erfolg der Oberbergischen war hochverdient und hätte problemlos noch deutlich höher ausfallen können.
Urbachs Coach Daniel Bartsch hatte unter der Woche keine Möglichkeit persönlich auf sein Team einzuwirken, da er sich auf einem Trainerlehrgang befand. Co-Trainer Tulga Batur leitete die Trainingseinheiten und ermahnte seine Jungs immer wieder, dass nur mit Biss und Ehrgeiz etwas zu holen sein wird.
Die Worte scheinen aber nicht richtig angekommen zu sein, denn von Beginn an war eine phlegmatische Spielweise zu erkennen, die nichts Gutes erahnen ließ.
Die Hausherren waren stets bissiger in den Zweikämpfen, antizipierten deutlich schneller und waren einfach besser als der RSV Urbach.
Der frühe Führungstreffer in der 4. Minute fiel dann auch nur folgerichtig. Ein Angriff über links wurde mit einem relativ harmlosen Ball in die Mitte abgeschlossen, der jedoch von der RSV-Abwehr nicht richtig eingeschätzt wurde. Tristan Wolf ließ sich nicht lange bitten und nutzte die Gunst der Stunde. Sein Schuss wurde noch abgefälscht, so dass es für Maxim Albov im Tor der Urbacher nichts zu halten gab.
In der Folgezeit hatte der SVF alles im Griff und kam zu weiteren Chancen. Ein schneller Angriff über die rechte Seite in der 12. Minute leitete das 2:0 ein. Wolf (aus leicht abseitsverdächtiger Position) zog nach innen, spielte die Kugel zu Tim Menzel, dessen Schuss konnte Albov zwar noch parieren, der Nachschuss von Wolf war dann aber nicht mehr zu halten.
Vom Ergebnis her war jetzt schon fast eine Vorentscheidung gefallen, zumal Urbach keinerlei Ideen hatte im Spiel nach vorne. Paul Sobczyk ging angeschlagen in die Begegnung und konnte keine Akzente setzen, Muamer Meric war deutlich schwächer als in der Vorwoche und Tulga Batur wurde von Schiedsrichter Manfred Hartmann daran gehindert gut zu spielen.
Der Referee hatte einen ganz schlechten Tag und verpfiff Batur nach Strich und Faden. Gefühlte 15 klare Fouls am Urbacher Sturmführer blieben ungeahndet und selbst eingefleischte SVF-Fans schüttelten nur noch mit dem Kopf ob dieser sehr eigenartigen Entscheidungen. Proteste wurden auf arrogante Art und Weise mit gelben Karten (Batur), Innenraumverweisen (Trainer Bartsch) und unsachlichen Bemerkungen durch den Linienrichter im Keime erstickt. Bleibt zu hoffen, dass der anwesende Schiedsrichterbeobachter dem Sportkameraden Hartmann nach der Begegnung ein paar passende Worte gesagt hat.
Damit das nicht falsch verstanden wird. Diese Kritik am Unparteiischen hat nichts mit der Heimmannschaft zu tun. Das Verhalten der Frielingsdorfer war einwandfrei und die Halbzeitführung hochverdient.
In der Halbzeitpause ging Bartsch dann aufs Ganze und wechselte sofort dreifach aus. Roman Borger und Nico Müller kamen für Sebastian Hemgesberg und Ramazan Ceylan, Valentin Stamboliev nahm den Platz von Dominik Krauskopf ein.
Am Spiel der Gäste änderte sich jedoch nicht viel. Die Oberbergischen verwalteten das Ergebnis und kamen ab und an gefährlich in die Urbacher Hälfte.
Eine Doppelchance in der 66. Minute und eine weitere gute Gelegenheit in der 78. Minute blieben jedoch ungenutzt.
Wie aus heiterem Himmel fiel dann in der 80. Minute der Anschlusstreffer für die Gäste. Ein langer Ball von Aykut Demircioglu wurde von Batur geschickt mitgenommen und gekonnt abgeschlossen. Der erste Torschuss der Urbacher landete tatsächlich im Netz und urplötzlich war vermeintlich Spannung in der Begegnung. Der RSV begann zu kämpfen (auf einmal klappte es) und drängte nach vorn. Letztendlich reichte es aber nicht mehr und der SVF konnte sich über den alles in allem hochverdienten Heimsieg freuen.
Für den RSV Urbach hingegen steht nun am kommenden Wochenende im Abstiegskampf ein ganz wichtiges Spiel auf dem Programm. Mit dem
Heiligenhauser SV ist der direkte Tabellennachbar zu Gast an der Brucknerstraße, ein klassisches 6-Punkte-Spiel.

Der RSV Urbach spielte in Frielingsdorf mit folgender Aufstellung:
Maxim Albov, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Tulga Batur, Dustin Winterscheid, Aykut Demircioglu, Ramazan Ceylan (46. Nico Müller), Sebastian Hemgesberg (46. Roman Borger), Andreas Kreusch, Dominik Krauskopf (46. Valentin Stamboliev) und Muamer Meric