Befreiungsschlag verpasst!

Die Begegnung des Tabellendreizehnten beim Vierzehnten versprach mit Sicherheit kein fußballerischer Leckerbissen zu werden, Spannung allerdings war reichlich vorhanden. Die Gäste aus Köln konnten mit einem Sieg den Vorsprung auf satte acht Punkte ausbauen, bei einem Erfolg der Gastgeber konnten die hingegen den Rückstand auf nur noch zwei Punkte verkürzen.
Der RSV Urbach charterte einen Reisebus und die Mannschaft trat zusammen mit rund 30 Fans den Auswärtstrip ins Bergische an.
Der Empfang war, wie immer in Wipperfürth, trotz der heiklen Tabellensituation sehr freundlich und auch das Aprilwetter (ein Mix aus Sonne, Regen und sogar Schnee) tat der Stimmung keinerlei Abbruch.
RSV-Coach Daniel Bartsch machte seinen Jungs die Bedeutung der heutigen Partie nochmals ganz deutlich klar. Ein Sieg sollte her, ein Punktgewinn wurde als Minimalziel ausgegeben.
Als Schiedsrichter Cengiz Kalaf die Begegnung anpfiff rechneten nicht wenige mit einem Sturmlauf der Hausherren, aber nichts dergleichen geschah.
Der VfR begann sehr abwartend und die Gäste aus Urbach übernehmen das Kommando. Wie schon in der Vorwoche gegen Bergisch Gladbach war eine spielerische Überlegenheit festzustellen, die aber erneut nicht in Zählbares umgesetzt werden konnte. Bereits in der 6. Minute hat Paul Sobczyk eine gute Gelegenheit, sein Freistoß aus 18 Metern landete aber in der Mauer.
Die erste Gelegenheit der Hausherren ließ bis zur 21. Minute auf sich warten. Eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite konnte im Zentrum jedoch nicht verwertet werden.
Das Spielniveau wurde dann leider immer schlechter. Bis zum Pausenpfiff tat sich vor den Toren nichts mehr und viele Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten schlichen sich ein. Man muss es so sagen, das Spiel war richtig schlecht und es konnte eigentlich nur besser werden.
Zum Beginn der 2. Hälfte kam die Sonne mal wieder raus und der RSV erwischte den deutlich besseren Start. Eine Gelegenheit von Veton Balaj in der 48. Minute war der Beginn einer kleinen Drangperiode. In der 52. Minute zog Aykut Demircioglu aus 20 Metern ab und der tückische Aufsetzer bereitete Schlussmann Tobias Kapellen einige Probleme. Als dann wieder nur eine Minute später Mirco Cwikowski schön freigespielt wurde und aus 14 Metern knapp verzog, da lag der Führungstreffer für die Gäste in der Luft.
Die Überraschung war dann auch entsprechend groß als in der 59. Minute wie aus heiterem Himmel das 1:0 für den VfR Wipperfürth fiel. Einen verdeckten Schuss konnte Maxim Albov zunächst noch prima abwehren, gegen den Nachschuss des völlig frei stehenden Jonas Schacherer war er dann machtlos. Es gab nach dem Treffer noch vereinzelte Diskussionen mit dem Unparteiischen, da einige Urbacher Spieler eine Abseitsposition gesehen haben wollten. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass diese natürlich nichts brachten.
Bartsch reagierte umgehend und brachte Muamer Meric und den A-Jugendlichen Alex Manns für Cwikowski und Noah Gilles. Manns trainierte bislang erst einmal mit der 1. Mannschaft und hinterließ dabei einen so starken Eindruck, dass der Trainer ihn für diese wichtige Begegnung nominierte.
Der Wille war durchaus vorhanden, aber das altbekannte Problem ließ sich mal wieder nicht abstellen. Keine Ideen im Spiel nach vorne und demzufolge keine Chancen und keine Tore!
Wipperfürth war spielerisch übrigens keinen Deut besser als Urbach, aber mit der Führung im Rücken und einer teilweise recht planlos anrennenden Gastmannschaft entwickelten sich nun vermehrt Konterchancen für die Hausherren. In der 63. Minute säbelte Dennis Trebelius die Kugel aus sieben Metern noch fast über den Ballfangzaun aber kurze Zeit später machte es Norman Lemke dann besser. Bei seinem Kopfball aus rund fünf Metern ließ er Torwart Albov keine Abwehrmöglichkeit. Die Begegnung war faktisch entschieden auch wenn noch über 20 Minuten zu spielen waren. Sogar ein dritter Treffer wäre in der 79. Minute durchaus noch möglich gewesen. Aufgrund der höheren Effizienz im Abschluss geht der Erfolg des VfR letztendlich in Ordnung. Beide Mannschaften werden es aber sehr schwer haben weitere Punkte bis zum Saisonende einzufahren, so dass der Kampf um den letzten Nichtabstiegsplatz weiterhin spannend bleibt, zumal auch die SpVg Porz mit ihrem schweren Restprogramm plötzlich wieder mit in der Verlosung ist.

Restprogramme:

Porz: Frielingsdorf (A), Heiligenhaus (H), DSK (A), Spich (H), Urbach (A), Fortuna (H)

Urbach: Altenberg (H), Westhoven (A), Schlebusch (H), Troisdorf (A), Porz (H), Lindenthal (A)

Wipperfürth: Fortuna (A), Berg. Gladbach (H), Bergheim (A), Altenberg (A), Westhoven (H), Schlebusch (A)

Altenberg: Urbach (A), Fortuna (H), Berg. Gladbach (A), Wipperfürth (H), Bergheim (H), Westhoven (A)

Der RSV Urbach spielte in Wipperfürth mit folgender Aufstellung:
Maxim Albov, Dennis Fey, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Noah Gilles (62. Muamer Meric), Mirco Cwikowski (62. Alex Manns), Veton Balaj, Aykut Demircioglu (78. Daniel Mackedanz), Sebastian Hemgesberg, Sascha Gesell und Andreas Kreusch