RSV nach Derbypleite nun auf Abstiegsplatz

Am Ende kam es so wie es wohl die meisten im Vorfeld erwartet hatten. Der SV Westhoven ließ dem Lokalrivalen aus Urbach beim 5:0 keine Chance und untermauerte mit dem Erfolg nachhaltig seinen Anspruch die aktuelle Nummer eins im Porzer Fußball zu sein.

Was war nicht alles gemunkelt und spekuliert worden. Würde es Nachbarschaftshilfe geben? Ließen es die vielen SVW Akteure mit Urbacher Vergangenheit eventuell etwas gemächlicher angehen?

Vom Anpfiff an war klar, dass dies nicht der Fall sein würde und das war im Sinne des Sports und des Fairplay-Gedankens auch gut so.

Urbachs Coach Daniel Bartsch hatte sich unter der Woche viel Mühe gegeben seine Truppe auf das Derby einzuschwören, aber bei den meisten Spielern war diese besondere Anspannung einfach nicht zu bemerken. Weder in den Tagen vor dem Spiel, noch im Match selbst. So richtig gebrannt hat niemand, leider!

Bartsch ließ sich zudem bei der Aufstellung etwas ganz besonderes einfallen. Veton Balaj wurde aus dem Sturm in die Innenverteidigung beordert und sollte versuchen, Jan Hammes aus dem Spiel zu nehmen.

Diese Rechnung ging aber bereits nach sechs Minuten nicht mehr auf. Der Goalgetter des SVW lief alleine auf Maxime Albov zu und versenkte die Kugel mit seiner ganzen Routine ziemlich humorlos zum 1:0 im Kasten des RSV Urbach.

In der Folgezeit hatten die Hausherren mehr Spielanteile aber die nächste Torchance hatte Mirco Cwikowski auf Urbacher Seite. Michael Skibba konnte den Schuss jedoch parieren. Cwikowski war es auch, dem man am ehesten noch eine gewisse Derby-Aggressivität abnahm, auch wenn sein Scharmützel mit dem Ex-Urbacher Yannick Hennemann etwas albern war.

Albern war auch das Zusammenspiel zwischen dem Schiedsrichter und seinen Assistenten. Referee Kaan Haydan übersah mehrfach die Anzeigen seiner Linienrichter und sorgte so für viel Unmut. Als Bartsch eine solche Aktion etwas lautstark reklamierte bekam er zu hören „ Noch einen Ton und Du gehst Kaffee trinken" Ich erspare mir eine weitere Bewertung dieser Aussage und verweise nur auf den Verbandswunsch, dass man den Unparteiischen Respekt entgegenbringen sollte.

Bis zur 30. Minute hatte der SVW noch zwei weitere Chancen durch den überragenden Hammes. Urbach fand danach etwas besser ins Spiel und konnte die Begegnung offener gestalten. Der Lohn war ein Elfmeter in der 40. Minute, den Alex Manns herausholte. Auf den ersten Blick sah es von außen nicht nach einem klaren Foulspiel aus, aber der 19 jährige versicherte nach dem Match glaubwürdig, dass er sowohl an der Schulter wie auch im Fußbereich gezogen und getreten wurde.

Balaj übernahm die Verantwortung und scheiterte mit seinem leicht geschossenen Flachschuss relativ kläglich an Skibba. Ein verwandelter Elfer hätte dem Spiel vielleicht einen anderen Verlauf bescheren können, so aber lief der RSV weiter einem Rückstand hinterher.

Der Wille war zunächst noch zu erkennen und Chancen von Balaj (49.) und Muamer Meric (57.) ließen den schwarz-weißen Anhang noch hoffen.

Die Ernüchterung folgte dann in der 60. Minute. Nach einem erneuten Kommunikationsproblem des Gespanns (der Linienrichter zeigte klar und deutlich an, dass der Ball im Seitenaus war, der Schiedsrichter sah ihn nicht und der Linienrichter nahm dann nach gefühlten 10 Sekunden die Fahne einfach wieder runter) kam David Inden aus 16 Metern zum Schuss, den Abpraller verwandelte der eingewechselte Pascal Cerqueira-Pires mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze.

Obwohl noch rund eine halbe Stunde auf der Uhr war, die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt entschieden.

Der RSV Urbach ergab sich seinem Schicksal und die restliche Zeit war ein reines Schaulaufen des SV Westhoven.

Immer wieder präzise gespielte Diagonalpässe und sicheres Kombinationsspiel waren schön anzusehen und führten zwangsläufig zu weiteren Treffern.

In der 67. Minute erzielte Hammes seinen zweiten Treffer nach schöner Vorlage von Inden. Nur drei Minuten später war es Thorsten Franke, der auf 4:0 erhöhte. Der Linksverteidiger hat nach langer Verletzungspause schon wieder eine erstaunlich gute Form erreicht und einem weiteren Ex-Urbacher war der Schlusspunkt vorbehalten. Yannick Hennemann nutzte einen Fehler von Dennis Fey im Spielaufbau und traf zum 5:0 Endstand.

Durch diese Niederlage rutschte der RSV erstmals auf einen Abstiegsplatz, da der VfR Wipperfürth einen 6:1 Erfolg gegen Bergisch Gladbach einfahren konnte.

Nur die größten Optimisten rechnen sich jetzt wohl noch Chancen aus auf den Klassenerhalt aber man hat ja bekanntlich schon Pferde vor der Apotheke......

Der SV Westhoven hingegen zeigte eindrucksvoll welches Potential in der Mannschaft steckt und dürfte in der neuen Saison sicherlich mit zum Favoritenkreis der Liga gehören.

Ein Wort in eigener Sache sei mir noch erlaubt. So stark der Auftritt des SVW auf dem Platz war, so beschämend war der Auftritt als Gastgeber.

Mal abgesehen davon, dass immer noch keine Duschmöglichkeiten zur Verfügung standen (das wusste man ja), so sah die Gästekabine aus wie eine Lagerhalle von Bauarbeitern, wobei ich hier wohl Bauarbeitern Unrecht tue. Der ganze Boden und alle Bänke völlig verdreckt, in allen Ecken und auf dem Boden lagen Baumaterialien rum, leere Flaschen, kaputte Strümpfe und Colagläser.

Es gab nicht die auf dem Staffeltag vereinbarte Kiste Wasser für die Gastmannschaft und nach dem Schlusspfiff hat es knapp 20 Minuten gedauert bis sich jemand bequemte die Gästekabine aufzuschließen.

Der RSV Urbach spielte in folgender Aufstellung:

Maxim Albov, Alex Manns, Dennis Fey, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Mirco Cwikowski (53. Sascha Gesell), Veton Balaj, Aykut Demircioglu (60. Tim Lange), Sebastian Hemgesberg, Andreas Kreusch und Muamer Meric