Urbach mit Energieleistung zum 3:2 Auswärtssieg

Es war am Ende ein Wahnsinnsspiel im Troisdorfer Carl-Diem-Stadion und der RSV feierte einen glücklichen wenn auch nicht ganz unverdienten Sieg bei den Sportfreunden.
Aber der Reihe nach. Die Vorzeichen für den RSV waren klar, ein Sieg musste unbedingt her wenn man sich noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt aufrecht erhalten wollte. Die in der Tabelle um einen Platz und einen Punkt besser postierten Wipperfürther mussten beim SV Altenberg antreten und ein Sieg dort war zu erwarten.
Urbachs neuer Trainer Michael Cwikowski machte seinen Jungs von Beginn an aber klar, dass es nur um das eigene Spiel geht, das Geschehen auf anderen Plätzen könne man eh nicht beeinflussen.
Gegenüber der Vorwoche nahm der Coach drei Veränderungen vor. Sven Czakalla und Sebastian Hemgesberg rückten in die Startelf für Mirco Cwikowski und Aykut Demircioglu, im Tor stand Niklas Kromen weil Maxim Albov seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.
Auf Troisdorfer Seite war der noch vor einigen Wochen akute Personalmangel weitestgehend behoben und die Erfolgsserie in den letzten Begegnungen ließ erwarten, dass sich dem RSV heute ein starker Gegner präsentieren würde.
Bereits in der zweiten Minute gab es einen Freistoß aus gefährlicher Position, der Schuss landete aber in der Urbacher Mauer.
Danach begann eine Phase des Abtastens mit leichten Feldvorteilen für die Hausherren, welche dann aber in der 9. Minute jäh unterbrochen wurde als Hemgesberg einen schönen Pass auf Veton Balaj spielte, dessen Schuss dann aber von Nik Draut problemlos pariert werden konnte. Der 18-jährige Draut spielte für den etatmäßigen Schlussmann Alexander Heil. Troisdorf aktueller und Urbachs ehemaliger Torwarttrainer Peter Gilges wollte mit diesem Schachzug entweder seine alte Mannschaft überraschen oder aber es war ein eh vorgesehener Einsatz des Youngsters.
In der 11. Minute rappelte es erstmals als ein schneller Angriff über die rechte Seite mit einer schönen Verlagerung auf die linke Seite fortgesetzt und von Naoufal El Ghalbzouri mit einen satten Schuss aus 16 Metern abgeschlossen wurde. Der Führungstreffer für die Troisdorfer brachte jedoch keine Sicherheit in deren Spiel.
Die Partie verflachte zusehends und nur selten gab es gute Aktionen vor den Toren. Nach rund einer halben Stunde parierte Kromen einen Fernschuss und im Gegenzug verpasste Urbachs Alex Manns eine Flanke von Hemgesberg nur sehr knapp.
Mit Beginn der zweiten Hälfte wurden die Gäste etwas offensiver ohne dabei jedoch den sicheren Abwehrverbund aufzugeben. Balaj hatte eine Chance in der 58. Minute, wurde aber im letzten Moment noch bedrängt. Im Gegenzug musste dann Kromen Kopf und Kragen riskieren als er einen Steilpass abfing.
Die Zeit lief den Urbachern nun immer mehr davon und das Ergebnis aus Altenberg war auch nicht erfreulich (Wipperfürth hatte mit 3:2 gewonnen)
Cwikowski brachte Patryck Wasilewski für Muamer Meric um noch mehr Druck in Richtung Troisdorfer Tor auszuüben. Wie so oft in solchen Spielsituationen wurde ein schnell gespielter Konter allerdings zum Verhängnis. Triantafilios Papadopoulos traf in der 80. Minute aus 16 Metern flach ins lange Eck und ließ Kromen keine Abwehrchance.
Das 2:0 war die vermeintliche Entscheidung in diesem Match, der RSV ließ jedoch nicht die Köpfe hängen sondern warf nun alles nach vorne.
Angepeitscht durch die beiden Routiniers Andreas Kreusch und Paul Sobczyk wurde alles auf eine Karte gesetzt und tatsächlich fand in der 83. Minute ein starker Pass von Sobczyk in Manns einen dankbaren Abnehmer. Der 19 jährige A-Jugendspieler schoss den Ball aus 12 Metern flach unter den Armen des Keepers hindurch in die Maschen.
Zeitgleich mit dem Anschlusstreffer setzte der große Regen ein und bei Fritz Walter Wetter legten die RSV Akteure massiv nach. Nur eine Minute nach dem Treffer war Balaj plötzlich durch und scheiterte knapp an Draut.
Die Sportfreunde Troisdorf hatten nun jegliche Übersicht verloren und hofften nur noch auf den Schlusspfiff. Dieser ließ aber noch auf sich warten und in der 86. Minute fiel dann tatsächlich der Ausgleich für die Gäste. Ein langer Ball von Sven Czakalla aus der eigenen Hälfte wurde von Sobczyk mustergültig auf Balaj verlängert, der dann mit seiner ganzen Routine locker zum 2:2 einnetzte.
Die Stimmung war nun extrem explosiv, Urbach merkte, dass Troisdorf deutlich angezählt war und wollte tatsächlich noch die Entscheidung.
Die Nerven lagen bei einigen Akteuren nun blank. Alex Manns foulte Güney Karaman ziemlich deftig und bekam dafür zu Recht den gelben Karton von Schiedsrichter Güven Cöcü gezeigt, das Revanchefoul von Karaman war dann allerdings eine Tätlichkeit und wurde mit der roten Karte geahndet.
Cwikowski nahm Manns daraufhin vom Platz und wechselte seinen Sohn Mirco in der Nachspielzeit ein. Der war sofort hellwach und bediente mit seinem ersten Ballkontakt den ebenfalls eingewechselten Wasilewski millimetergenau, dessen scharfe Hereingabe fand Balaj und der hatte wenig Mühe den Siegtreffer zu erzielen.
Nun brachen alle Dämme, der Schiedsrichter pfiff die Begegnung überhaupt nicht mehr an und die ca. 30 mitgereisten RSV-Fans feierten mit den Spielern zusammen den nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtssieg.
In dem ganzen Trubel verlor nun der Schiedsrichter leider völlig die Übersicht. In der Nachspielzeit stellte er einen weiteren Troisdorfer Spieler (Naoufal El Ghalbzouri) mit rot vom Platz, nahm diese Entscheidung später aber wieder zurück weil er und sein Linienrichter den Wortlaut der ausgesprochenen Beleidigung nicht verstanden hätten. Es wäre zwar eine Beleidigung gewesen aber man verstand die Sprache nicht, deshalb wurde rot aufgehoben. Mal ganz was neues.....
In der ganzen Hektik hat er dann vergessen die in der 90. Minute verhängte rote Karte gegen Güney im Spielbericht zu vermerken, hierüber gibt es allerdings eindeutige Bilddokumente, mal sehen ob nachgebessert wird.
Dem RSV Urbach kann das aber eigentlich ziemlich egal sein, denn jetzt gilt die ganze Konzentration dem Derby am kommenden Wochenende gegen die SpVg Porz. Mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage von Wipperfürth gegen Westhoven könnte eine Ausgangsposition dafür geschaffen werden, dass auch in der kommenden Saison drei Porzer Clubs in der Bezirksliga spielen.

Das neue Trainerduo Cwikowski / Lösing hat stark eingeschlagen und verdient ein großes Kompliment!!!