Derbyniederlage besiegelt Abstieg

Nach der 1:3 Niederlage gegen die SpVg. Porz ist es jetzt amtlich, der RSV Urbach wird in der kommenden Saison in der Kreisliga A antreten.

Durch den gleichzeitigen 4:1 Erfolg des VfR Wipperfürth gegen den SV Westhoven beträgt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz nunmehr vier Punkte, was in einem noch ausstehenden Spiel nicht mehr aufzuholen ist.

Die Tabellenkonstellation mobilisierte die Porzer Massen und mit rund 350 Zuschauern war der Autohaus-Schmitz-Sportpark recht gut gefüllt.

Der FVM vermutete in der Begegnung wohl auch eine gewisse Brisanz und setzte mit Kabil Azizi einen seiner Top-Referees an und selbst der Staffelleiter Rolf Thiel war persönlich vor Ort.

Die Sportvereinigung benötigte noch einen Punkt um sicher die Klasse zu halten, für Urbach war ein Sieg Pflicht.

Bereits nach vier Minuten gab es einen ersten Aufreger als Aykut Demircioglu und Schlussmann Niklas Kromen sich nicht einig waren und dadurch Okan Adas eine Chance gewährten. Insgesamt verlief die Anfangsphase jedoch sehr schleppend und abwartend. Keiner der Kontrahenten wollte einen Fehler machen und jegliches Risiko wurde gescheut. Ein Schuss von Veton Balaj auf Urbacher Seite in der 10. Minute und ein Gewaltschuss eines Porzers, den Kromen in der 13. Minute halten konnte, mehr war es nicht zu Beginn.

Das Spiel wurde dann in der 22. Minute plötzlich lebhafter. Nach einem Abwehrfehler in der RSV-Kette kam Routinier Sener Kilic plötzlich aus acht Metern frei zum Schuss. Sein Glück war es, dass ihm dieser Schuss völlig misslang und der Ball dadurch eine völlig unkalkulierbare Flugbahn einschlug. Mit geschätzten 35 km/h trudelte der Ball an Kromen vorbei ins Netz. Der Keeper war schon auf dem Weg in die andere Ecke war, wo der Ball eigentlich hin sollte. Kilic war es egal und der Führungstreffer wirkte ein wenig wie eine Befreiung für die Porzer Rothosen. In der Folgezeit waren die „Gäste" klar spielbestimmend und hatten deutlich mehr Ballbesitz als der RSV Urbach.

Entsprechend überraschend fiel dann auch der Ausgleich in der 31. Minute. Nach einem Zuspiel von Paul Sobczyk traf Veton Balaj eiskalt in die lange Ecke.

Die Urbacher konnten sich aber nicht lange über den Treffer freuen, denn nur zwei Minuten später rappelte es erneut im Kasten von Kromen. Erneut ging ein schwerer Fehler voraus. Ein weiter Einwurf wurde per Kopf verlängert und ging über die gesamte Abwehr an den zweiten Pfosten, wo Kevin Gaul völlig alleine stand und die Kugel zur Porzer Führung über die Linie stocherte.

Wer weiß wie es weitergegangen wäre wenn Muamer Meric seinen Kopfball in der 40. Minute versenkt hätte. Nach einem Freistoß von Alex Manns traf er den Ball mustergültig mit der Stirn und verfehlte den Porzer Kasten nur um Zentimeter. Ein tiefes Durchschnaufen von Christian Zyzniewski im Porzer Tor und dann war es das auch schon mit Hälfte eins. Der sehr souveräne Schiedsrichter Kabil Azizi pfiff zur Pause und die Zuschauer diskutierten über das bislang Gesehene.

Das Spiel war sehr fair, die sonst oft erlebte Derbyhärte war nicht vorhanden, auch weil der Unparteiische in diese Richtung vor der Begegnung eine sehr klare Ansage gemacht hat. Zusammen mit seinen Assistenten Sihem Azizi Rafet Ciftci und Binnur Sönmez hatte das Trio alles jederzeit unter Kontrolle und verdiente sich eine Bestnote.

Nach dem Wechsel passierte zunächst nicht viel und es dauerte bis ungefähr zur 60. Minute bis sich vor den Toren wieder was ereignete.

Zunächst eine kleinere Chance für Balaj, im Gegenzug dann parierte Kromen einen Schuss von Kilic per Faustabwehr,

In der 62. Minute ergab sich dann die größte Möglichkeit zum Ausgleich als ein toller Angriff über mehrere Stationen von Manns per Direktabnahme abgeschlossen wurde, sein Schuss aber knapp am langen Pfosten vorbei ging.

RSV-Coach Michael Cwikowski wechselte dann seinen Sohn Mirco für Patryk Wasilewski ein und beorderte Andreas Kreusch mit in die Offensive.

Leider ging das diesmal nicht richtig auf. Ein Fehler im Mittelfeld eröffnete Jan-Hendrik Bruns eine völlig freie Bahn zum Urbacher Tor und der erfahrene Defensivspieler ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen. Eiskalt traf er zur 3:1 Führung und hatte bei seinem Jubel mit Sicherheit noch das Hinspiel im Kopf als er in das gleiche Tor traf, damals nur leider als Eigentor. Wiedergutmachung perfekt geglückt!

Mit dem 2-Tore-Vorsprung kam nun überraschenderweise etwas Unsicherheit ins Spiel der Porzer. Wie schon des Öfteren in den letzten Wochen taten sich die Schützlinge von Ralf Fielen etwas schwer mit der Führung im Rücken und ließen den RSV wieder ins Spiel kommen. Sobczyk traf in der 71. Minute nur den Innenpfosten und in der 72. Minute verpasste Balaj eine Hereingabe von Manns nur sehr knapp.

Danach passierte nicht mehr wirklich viel und Azizi beendete die Begegnung nach 92 Minuten. Auf Porzer Seite wusste vor allem der agile Okan Adas sowie Bruns und Daniel Varol zu gefallen, beim RSV verdienten sich Muamer Meric, Veton Balaj und Alex Manns die Bestnoten.

Fazit: Es gab schon bessere Spiele der beiden Mannschaften gegeneinander, fehlende Härte anzumahnen empfinde ich als unangebracht und das Niveau, machen wir uns nichts vor, war durchaus einer Begegnung eines Tabellenzwölften gegen einen Tabellenvierzehnten angemessen.

Glückwunsch an die Sportvereinigung zum Klassenerhalt und dem RSV viel Glück und Erfolg beim Neuaufbau einer sportlichen Zukunft.

Der RSV Urbach spielte mit folgender Aufstellung:

Niklas Kromen, Alex Manns (77. Daniel Mackedanz), Dennis Fey, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Veton Balaj, Patryk Wasilewski (64. Mirco Cwikowski), Aykut Demircioglu (72. Sascha Gesell), Sebastian Hemgesberg, Andreas Kreusch und Muamer Meric