Urbach startet mit Remis in die Kreisliga

Am Ende stand es 3:3 unentschieden wobei beide Teams die Begegnung auch hätten gewinnen können. Die Gastgeber hatten dazu ein paar mehr Möglichkeiten, der RSV Urbach dafür die vielleicht klarste Chance des Spiels.

Aber der Reihe nach. Urbachs Trainer Michael Cwikowski hatte seine Mannschaft in den vergangenen Wochen immer wieder darauf hingewiesen wie in der Kreisliga A gespielt wird und dass man diese teilweise etwas härtere Gangart annehmen müsse ohne zu jammern.

Was er damit meinte war schnell klar, denn nach nur acht gespielten Minuten mussten bereits drei Akteure des RSV behandelt werden, wobei ich betonen möchte, dass es sich hier nicht um brutale Fouls oder massive Verfehlungen gehandelt hat.

Der SC Holweide hatte durch die aggressive Spielweise allerdings sein Ziel erreicht und eine leichte Verunsicherung bei den Gästen erzeugt. In der 9. Minute schoss Mohammed-Yassin Mokeddem aus 18 Metern knapp über den Kasten und drei Minuten später war es Louis Mwamba, der nicht richtig Maß genommen hatte. Die Holweider fanden insgesamt aber immer besser ins Spiel und schnell vorgetragene Konter sorgten stetig für Gefahr. Die Urbacher Abwehrreihe wirkte massiv verunsichert und so fiel folgerichtig auch der Führungstreffer für die Hausherren. Routinier und Goalgetter Mario Schwarz wurde zentral angespielt und lief frei auf Marcel Bucher zu, der heute das Tor der Gäste hütete. Den ersten Versuch konnte der Schlussmann noch parieren, den Nachschuss versenkte Schwarz allerdings gekonnt zum 1:0 in der 18. Minute. 

Die Truppe von Marco Treubmann hätte in den anschließenden Minuten schon alles klar machen können aber großkalibrige Chancen wurden von Schwarz und besonders Kevin Magnus liegengelassen.

Die Gästeabwehr war richtig schwach am heutigen Tage und fand kein Mittel gegen die immer wieder eingesetzten Diagonalbälle und die technischen Finessen von Mwamba. Cwikowski hatte außerdem sehr eindringlich vor der Torgefährlichkeit von Schwarz gewahrt, so richtig zugehört hatten seine Jungs wohl nicht.

Wie so oft in solchen Fällen einer Überlegenheit erzielt dann der Gegner das Tor. So auch heute, plötzlich stand es 1:1 als Paul Sobczyk in der 33. Minute den Ausgleich markierte. Dem Treffer ging ein Gewühl im Strafraum voraus aus dem dann am Ende der trockene Flachschuss aus rund 13 Metern hervorging. Man merkte nun deutlich, 

dass die Holweider alles andere als sattelfest in der Abwehr waren und das nutzten die Gäste dann auch eiskalt aus.

Nachdem zunächst noch Magnus in der 35. Minute mit einem Heber für den SCH scheiterte, war kurz darauf erneut Sobczyk auf der anderen Seite erfolgreich zur 2:1 Gästeführung.

Beide Abwehrreihen spielten jetzt konsequent schlecht weiter und es ergaben sich Chancen hüben wie drüben. Magnus an den Außenpfosten (40.) und Peter Schröder knapp drüber (43.), für Freunde des gepflegten Defensivspiels war das Match jetzt eine Zumutung.

Als alle sich schon auf die Halbzeit eingestellt hatten kam erneut Mwamba auf der linken Außenbahn zu seinem Einsatz. Wie Slalomstangen ließ er die Urbacher Abwehrspieler stehen und bediente, den mal wieder freistehenden Schwarz, der problemlos zum 2:2 verwandelte.

Cwikowski war enttäuscht über das Ergebnis, das Defensivverhalten seiner Mannschaft und über den Schiedsrichter, aber dazu später mehr.

Seine Spieler schienen nun aber verstanden zu haben, denn sie legten zu Beginn der zweiten Hälfte stark los. In der 50. Minute fasste sich Schröder ein Herz und hielt aus rund 28 Metern einfach mal drauf. Sein Schuss klatschte an die Unterkante der Latte und ging von dort mit dem Rücken des Torwarts als Bande ins Netz.

Der Bezirksligaabsteiger hatte die Führung zurückerobert und man rechnete nun mit dem Knockout für die Hausherren.

Es kam jedoch anders, denn der SC Holweide gab nicht auf und drängte seinerseits auf den Ausgleich. Dennis Wollenweber scheiterte in der 62. Minute und in der 67. Minute vergab Schwarz einen weiteren Hochkaräter.

Es ging weiter hin und her, eine kleine Schwächephase von Holweide und Urbach war wieder am Drücker. Ein Kopfball von Daniel Mackedanz ging knapp drüber (70.) und in der 76. Minute hätte die endgültige Entscheidung dann fallen müssen. Ein toller Pass in die Schnittstelle und Schröder lief alleine auf Torwart Justin Stauner zu. Er entschied sich für die uneigennützige Variante und spielte den Ball zu dem in der Mitte mitgelaufenen Mackedanz, der dann an Stauner scheiterte und zusätzlich von Schiedsrichter Amir Zadeh wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Sein Hinweis an den Unparteiischen, dass er der Meinung sei, nicht im Abseits gestanden zu haben wurde vom Referee mit den Worten begegnet „Halt’s Maul du Hässlicher sonst gebe ich Dir die rote Karte“, die Aussage ist verbrieft, es gibt mehrere Zeugen dafür. Das war die Spitze des Eisberges an verbalen Entgleisungen die der Schiedsrichter von sich gab. Es fing schon vor dem Spiel damit an, dass Zadeh auch das Vorspiel der Holweider Reserve gegen Bergfried leitete. Dort gab es reichlich Unzufriedenheit mit dem Schiedsrichter und Zadeh sagte in der Passkontrolle zu den Urbachern Spieler (ich war dabei), dass er sehr genervt sei, weil er gerade ein Kreisliga-C-Spiel geleitet hätte und man danach ja eigentlich 2 Wochen Urlaub bräuchte. Wir sollten ihn also „nicht nerven“ so seine Worte. Auch interessant seine Äußerung zu einem Urbacher Spieler in der Schlussviertelstunde, dass er ab jetzt nur noch für Holweide pfeifen würde.......

Die Leistung des Herrn Zadeh war, was die Spielleitung als solche angeht, zwar sehr großzügig, aber soweit in Ordnung. Das mehr als arrogante Auftreten und die getätigten Äußerungen allerdings in keinster Weise zu tolerieren. Passend hierzu dann auch seine Bemerkung nach Spielende. „Ihr könnt euch ruhig beim Verband über mich beschweren, die glauben mir sowieso mehr, hahaha“ Gut zu wissen, dass es sehr viele bessere Schiedsrichter im Kreis Köln gibt. Herr Zadeh wird die Gastfreundschaft bei einem Spiel in Urbach mit Sicherheit in dieser Saison nicht erleben.

Zurück zum Spiel.

Urbach brachte den Vorsprung nicht ins Ziel denn Mario Schwarz, wer auch sonst, markierte mit seinem dritten Treffer in der 85. Minute den insgesamt mehr als verdienten Ausgleich für den SC Holweide.

Für den RSV Urbach gilt es in den nächsten Spielen deutlich mehr Stabilität in die Abwehr zu bekommen, das Umschaltspiel muss zudem viel besser werden und es muss sich eingestellt werden auf lange Diagonalbälle, da dieses Mittel von vielen Gegnern angewendet werden wird.

Wenn die aktuell fehlenden Leistungsträger aber wieder mit an Bord sind, sollte dieses Vorhaben zu schaffen sein.

Den ersten Kreisligaauftritt des RSV nach 25 Jahren bestritten:

Marcel Bucher, Roman Borger, Andreas Kreusch (68. Mert Kücükbülut), Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Peter Schröder, Mirco Cwikowski (57. Daniel Mackedanz), Alex Manns, Bene Habroune, Aykut Demircioglu (87. Pasquale Consiglio) und Sascha Gesell