Urbach verliert gegen Gremberg

Ernüchterung bei Coach Michael Cwikowski und seinen Jungs. Nach dem 3:3 in der Vorwoche beim SC Holweide gab es im ersten Heimspiel der Saison eine bittere 1:3 Pleite gegen den SV Gremberg Humboldt, der seinerseits auf einen Traumstart mit zwei Siegen blicken kann.
Außentemperaturen von über 30 Grad ließen schon erahnen, dass das heute eine hitzige Angelegenheit werden würde. In der Anfangsphase gab es jedoch nur einen relativ müden Kick zu sehen. Urbach war technisch versierter, die Gäste aus Gremberg deutlich zweikampfstärker, Chancen gab es zu Beginn weder hüben noch drüben. Als die ersten der rund 100 Zuschauer im gut besuchten Autohaus-Schmitz-Sportpark schon auf dem Weg zum Getränkestand waren wurden sie urplötzlich durch einen Torjubel wieder auf ihre Plätze zurückbeordert.
Peter Schröder erzielte in der 15. Minute die Urbacher Führung und das Spiel hatte jetzt so richtig begonnen. Nach einem Eckball schoss Vlady Shykhov aus der zweiten Reihe, Grembergs Schlussmann Dominik Wördemann ließ den Ball abklatschen und die gesamte Hintermannschaft der Gäste verfiel in einen Kollektivschlaf. Nur Schröder setzte nach und wurde belohnt.
In den folgenden Minuten machte der RSV jedoch wieder die gleichen Fehler wie in der Vorwoche. Der Defensivverbund um die erfahrenen Andi Kreusch und Sven Czakalla spielte ein ums andere mal keine klaren Bälle, sondern wollte stets von hinten raus kombinieren, was schon gegen Holweide oft missglückte. So auch in der 23. Minute, als Kreusch einen riskanten Ball flach durch die Mitte spielte, dieser sofort abgefangen wurde und der Gremberger Stürmer nur noch durch ein Foul gestoppt werden konnte. Cwikowski ahnte es schon und er behielt Recht, denn den fälligen Freistoß hämmerte Manuel Hartmann knallhart in den Winkel zum 1:1 Ausgleichtreffer.
Die Begegnung begann nun quasi neu und es kam etwas Unruhe rein, woran auch Schiedsrichter Younes Jbilou nicht ganz unschuldig war. Auf beiden Seiten traf er einige, sagen wir mal, nicht unbedingt nachvollziehbare Entscheidungen und das führte dazu, dass die Emotionen immer höher kochten.
Es gab nun Chancen für beide Teams aber keine weiteren Tore, dafür aber immer mehr Diskussionen mit dem Referee. Der unrühmliche Höhepunkt bahnte sich immer mehr an und in der 40. Minute eskalierte es dann. Urbachs Dominik Krauskopf foulte auf Höhe der Mittellinie den Gremberger Michael Fricke unnötig hart und bekam dafür völlig zu Recht die gelb rote Karte, da er schon verwarnt war. Einige Gremberger Spieler waren aber scheinbar mit der Entscheidung nicht einverstanden (mehr als vom Platz fliegen kann man aber nicht beim Fußball) und rasteten aus. Es entwickelte sich eine klassische Rudelbildung und Ahmet Sevinc auf Gremberger Seite war hier herausragend. Fotodokumente lassen den unbeteiligten Beobachter schier erschrecken, nicht jedoch das Team der Unparteiischen. Nüchtern wurde die Situation analysiert und auch Sevinc durfte frühzeitig unter die Dusche.
Nach der Pause hatten sich die Gemüter aber wieder beruhigt und es konnte sich wieder auf den Fußball konzentriert werden.
Dem RSV Urbach gelang das zunächst deutlich besser, den es ergaben sich jetzt Chancen im Minutentakt und man hatte ein wenig den Eindruck, dass die Gäste mit den hohen Temperaturen Probleme bekamen.
Eine Doppelchance für Bene Habroune und Peter Schröder (53.), ein Kopfball von Sven Czakalla (54.) und zwei weitere Chancen von Schröder (60. und 63.) konnten jedoch nicht genutzt werden und in der 65. Minute fiel dann urplötzlich der Führungstreffer für die Gäste. Eine erneute katastrophale Fehlerverkettung in der Urbacher Hintermannschaft ermöglichte es Dennis Kubaritsch den Ball aus rund acht Metern zu versenken.
Dieser Stachel saß nun tief und bei den Grembergern war nun plötzlich die zweite Luft da.
Dem RSV Urbach gelang es in der restlichen Zeit nicht mehr ein kontrolliertes Offensivspiel aufzuziehen und die Gäste waren ihrerseits immer wieder mit Kontern gefährlich, was kurz vor Schluss dann auch nochmals belohnt wurde. Der durchgebrochene Stürmer konnte nur noch durch ein Foulspiel gestoppt werden und den fälligen Elfmeter verwandelte Dennis Kubaritsch sicher zum Endstand von 3:1 für den SV Gremberg Humboldt, die durch diesen Erfolg nun den fünften Platz der Tabelle belegen, allerdings punktgleich mit dem Tabellenprimus aus Deutz.
Für den RSV Urbach gilt es weiterhin, sich auf ein schnörkelloses Spiel zu konzentrieren, die härtere Gangart der Kreisliga A anzunehmen und zu begreifen, dass man in dieser Liga mit Schönspielerei keinen Blumentopf gewinnen kann.

Urbach spielte mit folgender Mannschaft gegen den SV Gremberg Humboldt:
Marcel Bucher, Andreas Kreusch, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Peter Schröder, Alex Manns (88. Mirco Cwikowski), Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Sascha Gesell (59. Muamer Meric), Vladyslav Shykhov und Dominik Krauskopf