Urbacher Pleite nach 2:0 Führung

Der RSV Urbach hat es mal wieder geschafft, sich selbst um den Lohn der Arbeit zu bringen. Bei der SpVg Rheinkassel-Langel lagen die Porzer nach 70 Minuten mit 2:0 in Front und kassierten dann doch noch eine bittere 2:3 Niederlage gegen nie aufsteckende und unermüdlich anrennende Gastgeber.
Nach drei Spielen hat der Absteiger aus der Bezirksliga gerade mal einen Zähler auf der Habenseite und sollte sich spätestens jetzt darüber im Klaren sein, dass die Kreisliga A wahrlich kein Zuckerschlecken ist.
Dabei begann es heute ganz gut in der SpVG Arena im Kölner Norden. Schon nach fünf Minuten gab es Grund zur Freude, denn Alex Manns erzielte die Urbacher Führung. Ein langer Ball von Andi Kreusch aus der eigenen Hälfte wurde von der Rheinkasseler Abwehr unterschätzt und Manns lief alleine auf Schlussmann Daniel Schonauer zu und ließ dem Routinier im Kasten keine Chance. Nur eine Minute später hätte Peter Schröder erhöhen können, sein Volleyschuss aus 16 Metern ging jedoch knapp über das Gehäuse.
Die Gastgeber fanden in der Anfangsphase überhaupt nicht zu ihrem Spiel und Trainer Oguz Kahraman wechselte bereits in der 23. Minute Kjell Engels aus und brachte Christos Tsaousidis.
Es dauerte jedoch bis zur 30. Minute ehe sich die Rheinkasseler besser zurecht fanden und das Heft mehr und mehr in die Hand nehmen konnten.
In der 31. Minute strich ein Flachschuss aus 16 Metern knapp am Pfosten vorbei.
Nach 37 Minuten musste Marcel Bucher sich ganz schön strecken um noch zur Ecke klären zu können. Kurz darauf dann ein klares Handspiel von Kreusch im eigenen Strafraum, welches jeder gesehen hatte bis auf Schiedsrichter Athanasios Bantis, der heute eh einen seiner schlechteren Tage erwischt hatte.
Das Spiel musste 35 Minuten später angepfiffen werden, weil Herr Banthis zuvor schon das Spiel der Rheinkasseler Reserve leitete und dann feststellte, dass er die Fahnen für seine Linienrichter im Auto hatte liegenlassen. Wahrscheinlich hatte er sein Auto in Düsseldorf geparkt, denn es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er wieder zurück kam. Ein Zusammenspiel mit seinen Linienrichtern gab es überhaupt nicht, der Spielball war völlig platt und seine Entscheidungen wurden von beiden Seiten mehrfach nur mit Kopfschütteln und Unverständnis zur Kenntnis genommen.
Aber zurück zum Spiel. Die Druckphase der Rheinkasseler ging weiter und in der 41. Minute hätte der Ausgleich zwingend fallen müssen. Der Stürmer brachte es jedoch fertig, den Ball aus sechs Metern so unplatziert zu schießen, dass Bucher mit einem tollen Reflex parieren konnte.
Im Gegenzug dann fast das 2:0 für den RSV als nach einer Ecke Patryk Wasilewski eine gute Einschussmöglichkeit nicht nutzen konnte weil er in Rücklage geriet und der Ball dadurch über das Tor flog.
Nach dem Seitenwechsel rechneten alle damit, dass jetzt der große Sturmlauf beginnen würde. Die Urbacher hielten jedoch gut dagegen, auch wenn die Hausherren mehr Ballbesitz hatten.
Torgefährlicher waren eindeutig die Gäste. Wasilewski ließ zwei weitere Möglichkeiten aus (53 und 56. Minute) und in der 70. Minute wurde Peter Schröder im Strafraum gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelte er selbst und brachte seine Mannschaft mit 2:0 Front.
Wer gedacht hat, dass es das jetzt gewesen war wurde eines Besseren belehrt. Der Schlendrian kehrte zurück beim RSV Urbach und schon kurz nach dem Treffer zur vermeintlichen Vorentscheidung folgte der erste Schockmoment. Wieder mal war es ein unnötiger Abspielfehler in der eigenen Hälfte, der dem Stürmer freien Zugang in Richtung Tor ermöglichte. Sascha Gesells Rettungsversuch endete mit einem Tritt gegen ein Rheinkasseler Bein, einem Elfmeterpfiff und der roten Karte für Urbachs Rechtsverteidiger.
Christoph Schnieder verwandelte und der Endspurt war nun eingeläutet.
Mit einem Mann mehr sollte Druck aufgebaut werden und Urbachs Coach Michael Cwikowski brachte mit Adem Uguz einen weiteren Innenverteidiger zur Absicherung.
Ein weitereres Missverständnis in der Hintermannschaft führte jedoch dazu, dass Sebastian Tillmann angespielt wurde und frei auf Bucher zulaufen konnte. Sehr gekonnt netzte der Stürmer ein und brachte die Arena zum kochen.
Die Nerven lagen nun blank auf Urbacher Seite und die Verunsicherung wurde zunehmend größer, was dazu führte, das es kam wie es kommen musste.
Ein weiterer Fehler, Ballverlust und fehlende Zuordnung und schon war es passiert.
Tillmann bekam die Kugel auf Höhe des Fünfmeterraumes. Mit dem Rücken zum Tor drehte er sich gefühlte fünf mal um die eigene Achse ohne attackiert zu werden und entschloss sich dann doch dazu, den Ball ins Tor zu schießen.
Jetzt brachen alle Dämme in der SpVg-Arena und alle lagen sich in den Armen.
Der unermüdliche Einsatzwillen und die Leidenschaft wurden am Ende belohnt und wenn auch ein Remis das vielleicht gerechtere Ergebnis gewesen wäre, ganz unverdient war der Erfolg nicht.

Urbach spielte in folgender Aufstellung:
Marcel Bucher, Andreas Kreusch, Sven Czakalla, Daniel Mackedanz (63. Mirco Cwikowski) (82. Pasquale Consiglio), Patryk Wasilewski, Peter Schröder, Alex Manns (75. Adem Uguz), Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Sascha Gesell und Vladyslav Shykhov