Jokertore bescheren Urbach ersten Sieg

Es war schon eine gewaltige Last, die Michael Cwikowkski beim Abpfiff durch Jose Carvalho von den Schultern fiel. Der 3:1 Sieg gegen den TuS Ehrenfeld war extrem wichtig für die Urbacher, damit nach dem verkorksten Saisonbeginn mit nur einem Punkt aus drei Begegnungen, nicht schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt Unruhe ins Team kommt. Der Urbacher Trainer hatte seinen Jungs eine klare Marschrichtung vorgegeben, der Start verlief allerdings sehr nervös.
Auch die Ehrenfelder wollten unbedingt punkten damit der Abstand zum Mittelfeld der Tabelle nicht zu groß wird.
Erste kleinere Chancen in der anfangs zerfahrenen Partie gab es in der 9. Minute für den Urbacher Vladyslav Shykhov und in der 12. Minute für Kevin Habeth vom TuS Ehrenfeld.
Kurze Zeit später dann die Möglichkeit zur Urbacher Führung. In der 16. Minute spielte Dominik Krauskopf (nach abgeleisteter Gelb-rot Sperre) einen scharfen Pass auf Patryk Wasilewski, der dann mit Tempo in den Strafraum zog und den Ball zu Shykhov spielte, der aus sechs Metern jedoch knapp verzog.
In der Folgezeit wurde das Spiel zunehmend schlechter und unansehnlicher.
Urbach war technisch besser, fand jedoch selten bis nie den Weg für den entscheidenden Pass. Bei den Gästen lief mal wieder fast alles über Denis Depta, aber auch ein Spieler mit einer solch hohen individuellen Qualität ist am Ende des Angriffs spätestens beim dritten oder vierten Defensivspieler am Ende seines Lateins.
Zu allem Überfluss musste Cwikowski dann in der 35. Minute auch noch wechseln, da bei Marvin Nimmesgern die altbekannten Beschwerden in der Leiste wieder auftraten. Cwikowski brachte seinen Sohn Mirco und bewies damit ein glückliches Händchen.
Der Stürmer war gerade mal fünf Minuten auf dem Platz, als er von Paul Sobczyk zentral vor dem Tor angespielt wurde. Nach technisch eleganter Ballannahme und geschickter Körpertäuschung entschied sich Cwikowski, wohl auch weil er für sich entschieden hatte, dass ein Laufduell keinen großen Sinn machen würde, für einen Schuss auf den Kasten von Christian Schumacher.
Die zusätzliche Torschusseinheit nach dem Abschlusstraining am Freitag machte sich nun bezahlt, denn die Kugel schlug unhaltbar, knapp neben dem Pfosten zur 1:0 Führung im Ehrenfelder Gehäuse ein.
Beinahe wäre ein Doppelschlag geglückt, aber Wasilewski scheiterte in der 43. Minute denkbar knapp.
Nach dem Seitenwechsel schnürte der RSV die Kölner in ihrer Hälfte ein und ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Kasten von Schumacher. Eine konditionelle Angeschlagenheit war unverkennbar bei den Akteuren von Spielertrainer Hidir Cözmez.
Das 2:0 in der 57. Minute war dann auch nur die logische Folge der drückenden Überlegenheit. Erneut gab Sobczyk die Vorlage und Cwikowski durfte vollenden. Diesmal mit einem gefühlvollen Kopfballheber über den Keeper hinweg.
Weitere acht Minuten später war Daniel Mackedanz erfolgreich und erzielte die 3:0 Führung. Zum wiederholten male war Wasilewski zuvor an Schumacher gescheitert, diesmal kam der Abpraller jedoch zu Urbachs Nummer 6 und „Macke" traf eiskalt von der Strafraumgrenze. Die Begegnung war endgültig entschieden, dennoch gab es für Trainer Cwikowski zwei Gründe, nicht ganz zufrieden zu sein.
Zum einen war es der Gegentreffer in der 80. Minute, bei dem mal wieder ein sehr stümperhaftes Abwehrverhalten vorausging und zum anderen war es die mangelhafte Chancenverwertung. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass heute mindestens 6-8 Tore hätten geschossen werden müssen.
Sei's drum, der erste Saisonsieg konnte eingefahren werden und die Vorbereitung auf die nächste schwere Partie am kommenden Sonntag in Ostheim kann etwas beruhigter angegangen werden.
Bis dahin hat sich die Verletztenliste des RSV Urbach dann hoffentlich auch wieder ein bisschen verkleinert.
Gegen den TuS Ehrenfeld waren für den RSV Urbach erfolgreich:
Marcel Bucher, Andreas Kreusch, Sven Czakalla, Paul Sobczyk,
Patryk Wasilewski (76. Pasquale Consiglio), Alex Manns, Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Marvin Nimmesgern (35. Mirco Cwikowski), Vladyslav Shykhov und Dominik Krauskopf (48. Daniel Mackedanz)