Urbach verschenkt den Sieg beim 2:2 gegen Stammheim

Die Ausgangslage für den RSV Urbach war so klar wie selten zuvor. Nach dem katastrophalen Auftritt am letzten Spieltag beim SV Bergfried Leverkusen sollte gegen den TuS aus Stammheim unbedingt ein Dreier eingefahren werden. Mit einem Sieg hätte man mit dem Aufsteiger nach Punkten gleichziehen können.
Urbachs Trainer Michael Cwikowski fand zwar unter der Woche deutliche Worte zur 0:3 Pleite in Leverkusen, fokussierte sein Team aber frühzeitig auf diese wichtige Begegnung.
Mit der Nominierung des A-Jugendlichen Fabio Grün setzte Cwikowski ein klares Signal für den einen oder anderen etablierten Spieler, dass der Youngster dann von Beginn an auflief war aber schon eine Überraschung.
Der RSV begann die Partie dann auch sehr konzentriert, vor allem darauf bedacht, nicht schon wieder ein frühes Gegentor zu kassieren. Nach ca. 20 Minuten ergaben sich auch die ersten Chancen. Der wieder ins Team zurückgekehrte Patryk Wasilewski verzog knapp und Dominik Krauskopf traf mit einem Freistoß nur den Außenpfosten. In der 27. Minute hatten die Fans im Autohaus-Schmitz-Sportpark den Torjubel schon fast angestimmt, irgendwie gelang es den Urbacher Akteuren aber die Großchance doch noch zu versemmeln.
Stammheim wurde danach etwas aktiver und erspielte sich auch erste Möglichkeiten. Eine scharfe Hereingabe von links wurde in der Mitte knapp verpasst (28.) und ein Halbvolley aus rund 20 Metern konnte von Niklas Kromen pariert werden (31.)
Danach war der RSV aber wieder am Drücker und der Führungstreffer war längst überfällig. In der 35. Minute scheiterte Wasilewski an Stammheims Keeper Denis Bilstein und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es Krauskopf, der völlig freistehend den Schlussmann nicht überwinden konnte.
In der Halbzeitpause wurde viel diskutiert und man hörte bei den Zuschauern des Öfteren den Spruch „hoffentlich rächt sich das nicht noch"
Auch der ehemalige Nationalspieler Wolfgang Weber, der nach einem Besuch der Frankfurter Buchmesse zur 2. Halbzeit auf der Anlage erschien drückte jetzt mit die Daumen für den RSV. Weber, eng verbunden mit der Sportvereinigung Porz, aber dennoch am gesamten Porzer Fußball interessiert, sollte in Hälfte zwei einiges an Unterhaltung geboten bekommen.
Urbach wollte jetzt möglichst schnell den Führungstreffer erzielen und kam mit Schwung aus der Kabine. Ein Freistoß in der 49. Minute wurde von Mirco Cwikowski knapp verzogen, der Anfang war gemacht.
Der Debutant Fabio Grün zeigte bis dahin eine sehr solide Vorstellung und wusste zu gefallen, seinen ersten Fehler leistete er sich in der 50. Minute als er einen Ball im Halbfeld nicht richtig klären konnte und die Gäste dadurch zu einem gefährlichen Angriff über die linke Seite kamen, der dann auch prompt von Rene Wortmann zum 1:0 Führungstreffer abgeschlossen wurde.
Urbach zeigte sich durch den Rückstand aber nicht konsterniert und auch Grün steckte sein Missgeschick locker weg und spielte gut weiter.
Cwikowski wäre beinahe postwendend der Ausgleich gelungen, aber erneut Bilstein wusste das zu verhindern.
Es entwickelte sich jetzt ein Spiel auf ein Tor und es war nur eine Frage der Zeit bis der Ausgleich fallen würde. Bilstein hatte aber noch einige Male etwas dagegen, so z.B. in der 66. Minute als er einen Kopfball von Wasilewski meisterte. Kurze Zeit später war er dann aber auch machtlos. Alex Manns setzte sich auf dem rechten Flügel durch, spielte in die Mitte wo Krauskopf mit toller Ballannahme in eine gute Schussposition kam und den Ball im Tor unterbringen konnte. Der Ausgleichtreffer zum 1:1 setzte noch mehr Kräfte frei und nur drei Minuten später erzielte Patryk Wasilewski in der 73. Minute den Führungstreffer zum 2:1
Einen Pass von Vladyslav Shykhov nahm er geschickt mit der Brust an und zog dann aus 18 Metern trocken ab. Gegen diesen Hammer war auch Teufelskerl Bilstein machtlos.
Der RSV Urbach hatte nun richtig Spaß an diesem Spiel und erarbeitete sich zahlreiche weitere Chancen durch Mackedanz, Krauskopf, Wasilewski und Cwikowski.
Stammheim machte über weite Strecken in der 2. Halbzeit den Eindruck, dass sie mit konditionellen Problemen zu kämpfen hätten, umso überraschender dann das letzte Aufbäumen der Jungs von Trainer Michael Opitz.
In der 88. Minute brannte es schon lichterloh vor dem Urbacher Kasten und eine Minute später erzielte Celestine Egbule tatsächlich noch den schmeichelhaften Ausgleich für die ganz in blau gekleideten Gäste. Ein Freistoß aus dem Halbfeld ging zunächst gegen die Mauer, wurde dann aber von einem Urbacher Spieler sofort wieder in die Füße des Angreifers gespielt, der auf links raus spielte und von dort erfolgte dann eine zentimetergenaue Flanke auf den Kopf von Egbule.
In der Nachspielzeit hatte Urbach noch eine gute Freistoßmöglichkeit, die von Cwikowski aber vergeben wurde.
Entsprechend lang waren nach dem Schlusspfiff vom stark leitenden Schiedsrichter Arthur Avci auch die Gesichter auf Urbacher Seite, denn ein Sieg hätte etwas Luft verschafft, zumal am nächsten Sonntag mit der Spvg. Flittard der ungeschlagene Tabellenführer zu Gast ist an der Brucknerstraße.

Der RSV Urbach spielte gegen Stammheim mit folgender Aufstellung:
Niklas Kromen, Roman Borger (70. Daniel Mackedanz), Andreas Kreusch, Sven Czakalla (61. Aykut Demircioglu), Patryk Wasilewski, Mirco Cwikowski, Fabio Grün, Alex Manns, Marvin Nimmesgern, Vladyslav Shykhov und Dominik Krauskopf (85. Mert Kücükbülut)