Bitterer Knockout für Urbach innerhalb von 6 Minuten

Durch die 2:4 Heimniederlage gegen die Zweitvertretung des SV Schlebusch rutschte die Mannschaft von Michael Cwikowski wieder auf einen Abstiegsplatz in der Tabelle und die Ernüchterung war entsprechend groß im Urbacher Lager.

Nach dem packenden 2:2 in der Vorwoche gegen Deutz 05 sollte unbedingt nachgelegt werden um sich in der Tabelle etwas Luft zu verschaffen.

Die Begegnung kam jedoch nur sehr langsam auf Touren. Beide Mannschaften riskierten nicht viel zu Beginn und so war es wie ein Weckruf, als in der 8. Minute der Urbacher Vlady Shykhov einen riskanten Ball im Mittelfeld spielte, der prompt abgefangen wurde und es dann urplötzlich ganz schnell ging. Ein Angriff über den rechten Flügel wurde mit einer präzisen Flanke auf den in der Mitte mitgelaufenen Philippe Reis abgeschlossen, dessen Kopfball dann zur Schlebuscher Führung einschlug.

Es stand 0:1 und viele lange Gesichter im Autohaus-Schmitz-Sportpark ließen nichts Gutes erahnen.

Die Urbacher verdauten den Rückstand jedoch ganz gut, denn bereits fünf Minuten später hätte Shykhov seinen Fehler beinahe schon wieder gutgemacht. Sein Schuss aus halbrechter Position verfehlte sein Ziel jedoch. Urbach machte weiter munter mit und in der 19. Minute hätte der Ausgleich fallen müssen. Nach einem mustergültig vorgetragenen Angriff über die linke Seite stand Patryk Wasilewski in der Mitte plötzlich völlig frei und brauchte den Ball eigentlich nur noch einzuschieben. Er traf das Leder jedoch nicht richtig und verzog kläglich am Tor vorbei.

In den folgenden Minuten waren die Gäste besser in den Zweikämpfen, konnten aber ebenso wenig wie der RSV Urbach wirkliche Torgefahr erzeugen.

Die entscheidende Phase der Partie begann dann in der 35. Minute mit einem Fehler von Markus Geis im Mittelfeld. Erneut ein schneller Gegenangriff über die rechte Seite, eine Flanke in die Mitte und Philip Henning war zum 0:2 zur Stelle.

Nur drei Minuten später rutschte Sascha Gesell im Mittelfeld aus, verlor den Ball, schneller Angriff über zwei Stationen und Rüdiger Probst bedankte sich mit dem 0:3

Ein weiterer schlimmer Fehler ermöglichte dann Dennis Reeke einen Alleingang, den er in der 41. Minute zum 0:4 vollendete.

Der RSV war völlig von der Rolle und alle sehnten den Halbzeitpfiff herbei um sich neu ordnen zu können.

Zuvor ergab sich aber recht überraschend doch noch eine Möglichkeit zum Anschluss als Wasilewski kurz vor dem Halbzeitpfiff im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der souveräne Schiedsrichter Yannik Diebel zögerte keinen Augenblick und entschied auf Elfmeter.

Nachdem Markus Geis in der Vorwoche gegen Deutz verschossen hatte, nahm sich Dominik Krauskopf zunächst den Ball und wollte die Verantwortung übernehmen.

Geis wollte seinen Patzer aber wettmachen und trat dann doch selbst an. Sein Schuss war jedoch erneut zu ungenau platziert und Patrick Kuske parierte den Strafstoß stark.

Bei einem Halbzeitstand von 0:4 ist ein Spiel normalerweise entschieden.

Der RSV Urbach wollte aber zumindest zeigen, dass er es deutlich besser kann als in Hälfte eins gezeigt.

Nehmen wir es vorweg, die Niederlage konnte nicht mehr verhindert werden, aber das Auftreten war deutlich besser.

Bereits in der 51. Minute erzielte Patryk Wasilewski das 1:4 nach einer Hereingabe von Bene Habroune. Linksverteidiger Habroune gehörte zusammen mit dem stets aktiven Dominik Krauskopf und Fabio Grün zu den besten RSV-Akteuren am heutigen Nachmittag.

Nach rund einer Stunde wurden die Bodenverhältnisse dann immer schlechter und es war schon hart an der Grenze was die Bespielbarkeit des Platzes anbelangte.

Urbach kam mit dem „Glatteis" etwas besser zurecht und auch die Mittelfeldachse um Geis, Sobczyk und Shykhov erreichte so langsam Normalform.

Es reichte dann aber nur noch zum 2:4 in der 71. Minute durch den eingewechselten Mirco Cwikowski, der die Kugel mit seinem unbändigen Willen irgendwie über die Linie bugsierte.

Schlebusch ging anschließend kein Risiko mehr ein, stand insgesamt recht sicher und hatte auch immer wieder Kontermöglichkeiten, die aber im Gegensatz zur ersten Halbzeit nicht vernünftig zu Ende gespielt wurden.

Eine 100%-Chance in der Schlussminute konnte RSV Keeper Niklas Kromen noch entschärfen, dann war Schluss im Brucknerstadion.

Schlebuschs Coach Sven Cläs war zufrieden, erkannte aber sehr wohl, dass die Begegnung auch ganz anders hätte laufen können.

Im Fußball zählt aber alles hätte wenn und aber nicht. Die Tabelle lügt nicht und da steht der RSV Urbach auf dem ersten Abstiegsplatz und muss nun am kommenden Freitag im vorgezogenen ersten Spiel der Rückrunde gegen den SC Holweide unbedingt dreifach punkten, damit die Vorbereitung halbwegs entspannt angegangen werden kann.

Urbach spielte in folgender Aufstellung:

Niklas Kromen, Andreas Kreusch, Paul Sobczyk, Patryk Wasilewski (56. Mirco Cwikowski), Fabio Grün, Alex Manns (79. Daniel Mackedanz), Bene Habroune, Markus Geis, Sascha Gesell, Vladyslav Shykhov und Dominik Krauskopf