Urbacher Heimdebakel gegen Rheinkassel-Langel

Die 1:8 Pleite gegen die Gäste aus dem Kölner Norden lassen die Alarmglocken beim RSV Urbach ziemlich laute Töne von sich geben.

Gab es am letzten Wochenende bei der Niederlage in Humboldt-Gremberg noch zumindest eine Halbzeit mit vernünftigen Ansätzen, so war die Begegnung gegen die Mannschaft von Gästecoach Oguz Kahraman ein einziger Offenbarungseid.

Sämtliche guten Vorsätze waren schon nach knapp sechs Minuten über Bord geworfen als mal wieder ein Fehler im Aufbauspiel den Gästen leichtes Spiel bescherte. Aykut Demircioglu vertendelte den Ball im Mittelfeld und die daraus resultierende Flanke von der rechten Seite konnte Christian Hecht mit einem sehenswerten Kopfball zur Gästeführung verwerten. Sofort trat auf Urbacher Seite eine gewisse Verunsicherung ein und die Gäste kontrollierten das Spiel mehr oder weniger nach Belieben. Eine gesunde Härte gepaart mit technischer Versiertheit brachte ein deutliches Zweikampfplus ein und Chancen entwickelten sich so fast zwangsläufig.

In der 14. Minute ging ein Kopfball zunächst noch über den Kasten, doch nur Sekunden später verlor RSV-Kapitän Kreusch, zum wiederholten Male in dieser Saison, einen Zweikampf am eigenen Strafraum und Hecht hatte keine Probleme seinen zweiten Treffer zu erzielen. Die SpVg. aus Rheinkassel bekam immer mehr Freude an diesem Spiel, schließlich wird einem das Toreschießen auch nicht oft so leicht gemacht. Bereits in der 18. Minute fiel das 0:3 nachdem erneut eine Unachtsamkeit in der Urbacher Hintermannschaft Christian Hechts dritten Treffer möglich machte.

Kurz danach verletze sich Urbachs Keeper Niklas Kromen am Knie und wurde durch Nick Nollen ersetzt. Eine mehr als undankbare Aufgabe für den Schlussmann, zumal er nach nur zwei Minuten schon hinter sich greifen musste als David Fritsch mit einem schönen Schuss das 0:4 markierte. Auch hier hatte der Stürmer viel zu viele Freiheiten und das Abwehrverhalten war mal wieder schwach.

Der Frust kam nun auf Seiten der Urbacher zu allem Überfluss auch noch deutlich zum Vorschein. Fabian Mehring erhielt nach einem rüden Foulspiel in der 30. Minute die gelbe Karte. Schiedsrichter Frank Smog entschied sich wohl für diese Farbe , da der Angriff von vorne kam.

Auch Rechtsverteidiger Muhammet Yildirim hatte seine Nerven nicht mehr im Griff. Mehrfach ging er über die Grenze des Erlaubten hinaus und als er in der 33. Minute durch ein Bodycheckfoul einen Strafstoß verursachte und mit gelb bedacht wurde, nahm sein Trainer ihn frühzeitig vom Platz. Den Elfmeter verwandelte Sebastian Tillman übrigens sicher zum 0:5 Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel ging es dann deutlich ruhiger zu im Stadion an der Brucknerstraße. Die Begegnung war entschieden und auch die Emotionen gingen deutlich zurück.

Der Urbacher Anschlusstreffer durch Mirco Cwikowski in der 57. Minute entzündete nur bei den größten Daueroptimisten einen Funken Hoffnung, als jedoch im direkten Gegenzug Tillmann zum 1:6 traf war sofort wieder Ruhe auf den Rängen. Die Gäste hatten die Begegnung stets im Griff und taten nicht mehr als nötig um einen mehr als souveränen Auswärtsdreier einzufahren.

Zum krönenden Abschluss einer sehr starken Vorstellung gab es dann noch die Treffer sieben und acht in der Schlussminute. Sebastian Tillmanns Tore neun und zehn innerhalb von einer Woche, Glückwunsch!

Für den RSV Urbach brechen sehr schwere Zeiten an und man sollte die Gedanken an einen erneuten Abstieg nicht zu weit von sich wegschieben.

Wenn es insbesondere die vermeintlichen Leistungsträger mit ihrer jahrelangen Erfahrung in höheren Ligen nicht schaffen den Hebel umzulegen, wie sollen es dann die jungen Spieler auf die Reihe bekommen?

Nächste Woche steht in Ehrenfeld schon so etwas wie ein Schicksalsspiel auf dem Programm. Bei einer erneuten Niederlage wäre das rettende Ufer schon mindestens vier Punkte entfernt. Keine schöne Vorstellung und eine schwere Aufgabe für das Trainerduo Cwikowski/Czakalla, den Kopf ihrer Jungs wieder frei zu bekommen.

Aufstellung des RSV Urbach gegen die SpVg Rheinkassel-Langel:

Niklas Kromen (22. Nick Nollen), Andreas Kreusch, Muhammet Yildirim (35. Marcel Otto), Paul Sobczyk, Peter Schröder, Mirco Cwikowski, Alex Manns, Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Fabian Mehring und Fabio Grün (55. Denis Bernardo)