2:5 Pleite in Ehrenfeld

Es fiel Michael Cwikowski nicht leicht, als er seinen Jungs unmittelbar nach der peinlichen 2:5 Schlappe beim TuS Ehrenfeld erklärte, dass er ab sofort nicht mehr als Trainer zur Verfügung steht.
Am Ende war diese Entscheidung jedoch die logische Konsequenz einer fatalen Entwicklung in den letzten Wochen. Cwikowski musste erkennen, dass er die Mannschaft nicht mehr erreichte, bzw. diese nicht in der Lage war, seine Vorstellungen umzusetzen.
Der Vorstand des RSV Urbach bedankte sich bei Cwikowski für sein Engagement in den vergangenen Monaten, besonders die Tatsache, dass er zum Ende der letzten Saison als „Feuerwehrmann" eingesprungen ist wurde ihm hoch angerechnet.
Bereits am morgigen Montag will der Vorstand den neuen Trainer der Mannschaft vorstellen. Mit Mladen Drmonjic wurde ein Kenner des Porzer Fußballs verpflichtet, der aus den eigenen Reihen kommt und durch seine Tätigkeit bei Ataspor Porz in der vergangenen Saison mit dem Kreisligafußball bestens vertraut ist.
Drmonjic wird seinen Co-Trainer und ein Funktionsteam in den nächsten Tagen benennen.
Trotz dieser turbulenten Entwicklungen darf die Chronistenpflicht jedoch nicht vernachlässigt werden, deshalb nun der Spielbericht zum Kellerduell auf der Ehrenfelder Asche.
Urbach reiste mit 15 Punkten im Gepäck an und wollte unbedingt einen Sieg einfahren da der Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz sonst schon auf fünf Punkte anwachsen würde. Der Optimismus war groß, gab es gegen die Ehrenfelder in dieser Saison doch schon zwei Siege (5:1 im Pokal und 3:1 im Hinspiel)
Das Spiel kam nur langsam auf Touren. Urbach wirkte verunsichert und auch die Hausherren waren zu Beginn etwas zurückhaltend.
Urbachs Schlussmann Nick Nollen musste in der neunten Minute erstmalig eingreifen und in der 13. Minute rettete das Lattenkreuz.
Der RSV spielte sehr pomadig und fehlerbelastet. Die Einstellung stimmte nur bei wenigen Akteuren, eine halbwegs professionelle Vorbereitung scheint für einige zu viel verlangt zu sein. Es zeichnete sich bald ab, dass Ehrenfeld durch seine Routiniers Denis Depta, Hidir Cözmez und Pierre Hertwig das Heft immer mehr in die Hand nehmen würde.
Der Führungstreffer in der 31. Minute war dann jedoch wieder einem katastrophalen Abstimmungsfehler zwischen Nollen und Andi Kreusch geschuldet. Einen aus der eigenen Hälfte getretenen Freistoß spitzelte Denis Depta am Schlussmann vorbei, nachdem dieser und Kreusch sich nicht einig waren wer den Ball denn nun nehmen soll. Kurze Zeit später traf Depta zum 2:0 (34.) und es bahnte sich das nächste Urbacher Desaster an. Fotobelege dieses Treffers sind übrigens nicht bearbeitet, es war wirklich kein Verteidiger weit und breit zu sehen.
Nach der Pause wurden die Gäste etwas zielstrebiger und erzielten durch Mirco Cwikowski in der 54. Minute den Anschlusstreffer zum 1:2
Die Freude währte jedoch nur 120 Sekunden, denn ein erneuter Blackout in der Urbacher Hintermannschaft ermöglichte Ehrenfelds Spielertrainer Cözmez das vorentscheidende 3:1
Hätte der eingewechselte Denis Bernardo in der 66. Minute seine Großchance genutzt, wer weiß, vielleicht wäre es noch mal spannend geworden, so aber gab es in der 68. Minute noch einen Galaauftritt von Depta zu bestaunen. Aus der eigenen Hälfte gestartet, umkurvte der Routinier seine Gegenspieler wie Slalomstangen und ließ auch Nollen mit seinem Flachschuss keine Abwehrchance.
Der Freistoßtreffer von Peter Schröder (70.) zum 2:4 war dann auch nur noch Ergebniskosmetik, ein schönes Tor war es allemal.
Die Stimmungsbilder waren unterschiedlicher wie sie kaum sein konnten.
Ehrenfeld wusste um den Sieg und legte noch das 5:2 durch Khalid Troptani nach.
Die Urbacher Spieler ließen die Köpfe hängen und ergaben sich ihrem Schicksal.
Es wird spannend bleiben, wie sich die Dinge beim Porzer Traditionsclub weiter entwickeln.

Beim TuS Ehrenfeld spielte der RSV Urbach in folgender Aufstellung:
Nick Nollen, Andreas Kreusch, Mirco Cwikowski, Alex Manns, Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Fabian Mehring, Vladyslav Shykhov (58. Denis Bernardo), Peter Schröder, Fabio Grün (58. Marcel Otto) und Pasquale Consiglio