Urbach ärgert den SC West

Das 2:2 Unentschieden zwischen dem SC West Köln und dem RSV Urbach war am Ende kein hochklassiges Match, dafür aber eines mit viel Spannung, Aufregung und jeder Menge Action.
Die Voraussetzungen waren klar. Urbach mit der Rolle des Außenseiters beim Dritten der Tabelle und die Jungs von West-Coach Jürgen Strumpen hatten nur eine Vorgabe. Ein Sieg musste unbedingt her um den Anschluss an den VfL Rheingold Poll zu halten, der vier Punkte Vorsprung vor den Ehrenfeldern hatte.
Urbachs Trainerduo Drmonjic/Brendel hatte sein Team auf den Gegner gut eingestellt. Kein Mauern mit Siebenerkette o.ä. war angesagt, sondern mutiger Offensivfußball.
Die Hausherren hatten nicht unbedingt mit dieser taktischen Ausrichtung gerechnet, denn in den ersten Minuten fanden die heute in gelb-blau auflaufenden Westler kein Rezept gegen die Porzer.
Bereits in der zweiten Minute die erste kleinere Chance durch Bene Habroune, der aus halblinker Position verzog.
Kurz darauf wurde Keeper Tobias Nowotny unter Druck gesetzt und konnte nur einen Notball spielen, welcher abgefangen wurde und Alex Manns eine gute Einschussmöglichkeit ermöglichte. Sein Schuss aus rund 13 Metern zischte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Die Hausherren fanden nur sehr langsam ihre Linie und es dauerte bis zur 12. Minute ehe sie erstmals gefährlich wurden. Eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite führte zu einem tollen Kopfball, der jedoch an die Querlatte klatschte.
Danach waren aber wieder die Gäste am Zug. Paul Sobczyk kam in der 15. Minute im Strafraum zu Fall, für einen Strafstoß reichte es aber nicht.
In der 24. Minute erkämpfte sich Habroune den Ball, zog mit viel Willen in den Strafraum und verzog nur knapp.
In der 28. Minute klärt Nowotny einen Steilpass von Peter Schröder auf Dominik Krauskopf.
Bis zu diesem Zeitpunkt sah das alles ganz manierlich aus auf Urbacher Seite und der Führungstreffer der Gäste lag in der Luft, wurde dann aber vom SC West erzielt.
In der 31. Minute fasste sich Julian Weidmann ein Herz und hielt aus rund 20 Metern einfach mal drauf und der Ball fand den Weg ins Tor. Urbachs Schlussmann Niklas Kromen sah bei dieser Aktion nicht glücklich aus, ein wohl haltbarer Treffer.
Der RSV hatte aber sofort eine passende Antwort auf den Rückstand parat. Nach starker Einzelaktion von Krauskopf stand Manns plötzlich völlig frei vor Nowotny und der Schlussmann parierte mit einem Wahnsinnsreflex grandios.
Kurz vor dem Pausenpfiff parierte dann auch sein Pendant auf der Gegenseite stark und es blieb bei der knappen 1:0 Führung.
Sofort nach Wiederbeginn dann die erste von mehreren Fehlentscheidungen des Unparteiischen Kubilay Celik und seiner Assistenten. Eine scharfe Hereingabe in den Strafraum wurde von einem Abwehrspieler der Heimmannschaft mit der Hand abgewehrt. Die Pfeife des Referees blieb jedoch stumm und das Aufatmen auf der Bank des SC West konnte man bis zum benachbarten Platz des TuS Ehrenfeld hören.
In der Folgezeit wurden die Hausherren jedoch zunehmend spielbestimmend und es entwickelten sich auch vermehrt Torchancen. In der 55. Minute parierte Kromen einen Nachschuss nach einem Freistoß und Sekunden später vergab ein West-Angreifer recht kläglich aus sechs Metern.
Das 2:0 fiel dann letztlich auch nur folgerichtig als Konsequenz des zunehmenden Drucks. Nach einem langen Einwurf missglückte ein Urbacher Klärungsversuch und Dennis Flügge war aus rund 10 Metern zur Stelle und traf in die lange Ecke.
Noch vor wenigen Wochen wäre der RSV Urbach jetzt vollständig auseinandergebrochen und einem Desaster entgegengeschliddert.
Völlig unaufgeregt und ohne sich gegenseitig Vorwürfe zu machen wurde heute ruhig weitergespielt und auch als Manns nach 64 Minuten eine glasklare Großchance liegen ließ blieben die Schwarz-Weißen ruhig.
Drmonjic brachte mit Valentin Stamboliev seinen Joker der Vorwoche und dieser Trumpf stach auch diesmal. Knapp 40 Sekunden nach seiner Einwechslung wurde der bulgarische Edeltechniker mustergültig von Krauskopf angespielt und hämmerte die Kugel wuchtig ins Dreieck.
Eine aufregende Schlussphase war nun eröffnet, es ging hin und her.
In der 77. Minute zunächst eine Glanzparade von Kromen und kurz darauf muss RSV-Kapitän Kreusch unter Druck zu einem Befreiungsschlag ansetzen.
Daraus wurde ein 60-Meter Traumpass auf Peter Schröder, der die Kugel auf Höhe der Sechzehnmeterlinie geschickt annahm und dann per Halbvolley Nowotny keine Chance ließ und den Ausgleich zum 2:2 markierte. Schröder stand bei der Ballabgabe aber wohl im Abseits, was nicht geahndet wurde.
Der Tabellendritte war nun gehörig am schwimmen und keine zwei Minuten nach dem Ausgleich zappelte der Ball wieder im Netz. Schröder wurde von Krauskopf toll angespielt, umkurvte Nowotny und schob die Kugel ein.
Die Unparteiischen wollten jedoch eine Abseitsposition erkannt haben. Video- und Standbildaufnahmen belegen allerdings deutlich, dass sie mit ihrer Entscheidung falsch lagen. Selten, dass man den Spruch „es gleicht sich im Fußball alles wieder aus" so schnell bestätigt bekommt.
Auch ein Handspiel im Urbacher Strafraum wäre vielleicht ahndungswürdig gewesen, was auch in diesem Punkt einen Gleichstand bringt.
In den letzten Minuten ging es dann hin und her. Der SC West warf alles nach vorne und entblößte dadurch seine Abwehr mehrfach.
Eine weitere Glanzparade von Kromen nach einem Kopfball hielt den RSV im Spiel und in der Nachspielzeit hätte der Siegtreffer für die Gäste fallen müssen. Schröder und Stamboliev liefen auf Nowotny zu, der Teufelskerl im West-Kasten war jedoch erneut zur Stelle und rettete seiner Mannschaft zumindest den einen Punkt, der nach dem Schlusspfiff auf Seiten des SC West zu einer gewissen Ernüchterung führte, da der VfL Poll sein Spiel gegen Pesch mit 2:0 gewonnen hatte und den Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen konnte.
Zuversicht hingegen beim immer noch auf einem Abstiegsplatz stehenden RSV Urbach.
Ein Punkt Rückstand zum rettenden Ufer verspricht ein heißes Match am kommenden Sonntag gegen Bergfried Leverkusen.

Folgende Urbacher Mannschaft verdiente sich den Punkt beim SC West Köln:
Niklas Kromen, Marcel Otto, Andreas Kreusch, Paul Sobczyk, Peter Schröder, Alex Manns, Bene Habroune, Aykut Demircioglu (66. Valentin Stamboliev), Vladyslav Shykhov, Fabio Grün und Dominik Krauskopf (90. Marvin Nimmesgern)