Urbach verschläft 1. Hälfte und kassiert bitteres 1:4

Der Punktgewinn beim SC West in der Vorwoche hatte auf Urbacher Seite viel Selbstbewusstsein freigesetzt und gegen Bergfried Leverkusen sollte nun unbedingt ein Sieg folgen um endlich die Abstiegsränge verlassen zu können.
Leider gelang es den Schwarz-Weißen nicht, die dafür notwendige Einstellung an den Tag zu legen. Von Beginn an wirkte das Auftreten sehr pomadig und unkonzentriert.
Die Gäste aus Leverkusen gingen bereits in der 7. Minute in Führung. Ausgangspunkt war ein Freistoß aus dem Mittelfeld, der seine Fortsetzung dann in einer Flanke von der rechten Seite fand. Der Ball war ewig lange in der Luft, ehe er vom völlig ungedeckten Kevin Sivakumar über Urbachs Schlussmann Niklas Kromen hinweg Richtung Tor verlängert wurde. Deniz Yusuf Celik hatte dann keine Mühe mehr, aus rund einem Meter den Ball zum 0:1 über die Linie zu befördern. Zaghafte Urbacher Proteste wegen eines vermeintlichen Handspiels wurden von Schiedsrichter Ugur Canbay wohl zu Recht ignoriert.
Der RSV war völlig verunsichert und fand einfach nicht ins Spiel. In der 13. Minute parierte Kromen stark, in der 14. Minute wurde ein Leverkusener Treffer wegen Foulspiel am Keeper nicht gegeben und kurz darauf war es dann doch soweit.
Aykut Demircioglu verlor den Ball in der eigenen Hälfte, bei der anschließenden Steilvorlage verschätzte sich Fabio Grün und Sebastian Bamberg bedankte sich für die beiden Geschenke mit einer schönen Einzelleistung. Vom linken Flügel zog er geschickt mit einer Körpertäuschung in die Mitte und sein Schuss aus 20 Metern schlug knallhart zum 0:2 im Winkel ein.
Die Gäste merkten wie verunsichert der RSV war und legten sofort nach. Marcel Otto foulte seinen Gegenspieler und bekam dafür die gelbe Karte. Den fälligen Freistoß zirkelte Jonas Völkel sehr präzise auf den Kopf von Celik, der problemlos das 0:3 mit seinem zweiten Treffer markieren konnte (17.)
Die Urbacher Hintermannschaft leistete keinen Widerstand und man musste befürchten, dass sich mal wieder ein Heimdebakel anbahnte.
Glücklicherweise schalteten die Gäste danach aber einen Gang zurück und begnügten sich mit der Verwaltung des Ergebnisses.
Die Hausherren gaben ihrerseits zwar nicht auf, hatten heute aber kaum Ideen und Mittel etwas gegen die robuste und gut organisierte Hintermannschaft der Gäste auszurichten.
Die Ausbeute von gerade mal zwei harmlosen Schüssen durch Peter Schröder und Paul Sobczyk spricht hier eine eindeutige Sprache.
Die Halbzeitansprache von Mladen Drmonjic muss kurz und knackig gewesen sein, denn der Urbacher Übungsleiter war relativ schnell wieder raus aus der Kabine und er muss wohl die richtigen Worte gefunden haben.
Urbach spielte nun viel druckvoller und zielstrebiger als in der ersten Halbzeit und es ergaben sich jetzt auch Torchancen.
In der 56. Minute spielte Demircioglu einen tollen Pass auf Dominik Krauskopf und dessen Hereingabe auf Peter Schröder konnte im letzten Moment noch entschärft werden.
Die folgende Ecke fiel auf die Füße von Vlady Shykhov und dessen Schuss wurde von Keeper Dominique Mittenzwei zu einer weiteren Ecke abgewehrt.
Dem verdienten Treffer zum 1:3 in der 66. Minute ging eine Einzelaktion von Peter Schröder voraus. Der Urbacher Top-Torschütze zog von links in den Strafraum und überwand Mittenzwei mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke.
In der Folgezeit hatte Urbach zwar deutlich mehr Ballbesitz, die Leverkusener verstanden es jedoch hervorragend, größere Gefahr von ihrem Kasten fernzuhalten.
Ein sehr diszipliniertes taktisches Abwehrverhalten zog dem RSV schließlich den Zahn und auch die Herausstellung von Patrick Schneider nach einer Tätlichkeit in der 81. Minute änderte daran nichts.
Wie so oft bei solchen Spielen sorgte dann auch heute ein Konter für die endgültige Entscheidung. Der eingewechselte Erhan Tulgar markierte in der 92. Minute das 4:1 für die Gäste, wodurch nun wohl auch alle theoretischen Abstiegssorgen auf Seiten des SV Bergfried verflogen sein sollten.
Für den RSV Urbach gilt es weiter zu kämpfen. Einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer, die Ergebnisse auf den anderen Plätzen sind Woche für Woche sehr überraschend, wahrscheinlich wird die Entscheidung über den Abstieg erst am letzten Spieltag fallen, ein Erfolg am kommenden Sonntag in Stammheim sollte das Nahziel sein. Eine harte Trainingswoche muss dafür in Kauf genommen werden.

Der RSV Urbach spielte gegen Bergfried Leverkusen mit folgender Aufstellung:
Niklas Kromen, Marcel Otto (63. Mirco Cwikowski), Andreas Kreusch, Paul Sobczyk (63. Valentin Stamboliev), Peter Schröder, Alex Manns (83. Denis Bernardo), Bene Habroune, Aykut Demircioglu, Vladyslav Shykhov, Fabio Grün und Dominik Krauskopf