Peinlicher Abschied des RSV aus der Kreisliga A

Nach einer manierlichen Leistung im ersten Spielabschnitt hat der RSV Urbach in der zweiten Hälfte mal wieder alle negativen Eigenschaften offenbart die zum Abstieg geführt haben.
Von der reinen Papierlage her konnte man nicht unbedingt einen Fußballleckerbissen erwarten. Schlebusch hatte Platz 5 sicher, Urbach war schon unwiderruflich abgestiegen, 32 Grad im Schatten, die Saisonabschlussfahrten vor Augen (die Schlebuscher hatten schon die gepackten Koffer dabei) und auch die Mannschaftsaufstellungen zeigten ein gewisses Experimentierverhalten.
Umso erfreulicher war es dann für die rund 50 Zuschauer im Schlebuscher Bühl, dass sie 10 Tore, 3 Elfmeter und 3 Platzverweise serviert bekamen.
Die Hausherren erwischten den besseren Start und hatten die Führung bereits in der zweiten Minute auf dem Fuß. Nick Nollen konnte den Schuss von Adil Ben Abdellah jedoch entschärfen. Anschließend fanden die Gäste dann aber zu ihrem Spiel und in der 9. Minute traf Peter Schröder zur 1:0 Führung. Mirco Cwikowski hatte Fabian Mehring so gut angespielt, dass dieser freie Bahn zum Tor hatte. Schröder war mitgelaufen und bekam die Kugel dann zum einlochen serviert.
Es zeichnete sich jetzt schon ab, dass die Defensivarbeiten von beiden Teams heute nicht besonders engagiert angegangen wurden, denn immer wieder ergaben sich Chancen hüben wie drüben. Die Urbacher konnten sich bei ihrem Schlussmann Nollen bedanken, dass die Führung nicht sofort wieder aus der Hand gegeben wurde, aber auch die Gäste kamen immer wieder zu Möglichkeiten.
Das 0:2 fiel dann in der 32. Minute erneut durch Schröder, der in der Spitze durchgelaufen war und von Paul Sobczyk angespielt wurde. Die 1 gegen 1 Herausforderung gegen Schlebuschs Keeper Patrick Kuske entschied der Stürmer klar zu seinen Gunsten.
Der SVS war jetzt etwas von der Rolle und verlor den Überblick, denn nur zwei Minuten später war Bene Habroune durchgebrochen. Nachdem er den Schlussmann umkurvt hatte traf er nur das Außennetz und anschließend ertönte (zur Überraschung aller) der Elfmeterpfiff von Ermando Shuku. Eine mehr als eigenwillige Auslegung der Vorteilsregel sorgte für Unmut auf Seiten der Schlebuscher. Der Referee hatte heute nicht seinen besten Tag, denn er lag mehrfach deutlich falsch bei Abseitsentscheidungen auf beiden Seiten, er stand öfters mal im Weg rum, sein Fingerspitzengefühl in kritischen Situationen war nicht besonders ausgeprägt. Vielleicht war es ihm auch einfach nur zu heiß heute.
Den fälligen Strafstoß jedenfalls schoss Andi Kreusch flach und hart und konnte mit dem 0:3 seinen ersten Saisontreffer erzielen.
Die meisten Anwesenden gingen nun davon aus, dass die Begegnung entschieden ist und man sich fortan auf einen lauen Sommerkick einstellen müsse.
Einer hatte jedoch etwas dagegen. Adil Ben Abdellah. Der 40-jährige Routinier eröffnete die Ben Abdellah-Festspiele in der 34. Minute mit seinem Tor zum 1:3
Über rund 40 Meter zog er Richtung Urbacher Tor und ließ Kreusch wie eine Slalomstange stehen, bevor er auch Nollen eiskalt überlistete.
Die Aufholjagd bekam jedoch schnell wieder einen Dämpfer, denn noch vor der Pause erhöhte Urbach auf 4:1 durch einen weiteren Elfmeter, den diesmal Alex Manns ebenfalls sicher verwandelte. Fabian Mehring war im Strafraum unsanft von Kuske zu Fall gebracht worden.
Der RSV Urbach hatte schon mehrfach in dieser Saison einen Einbruch in der zweiten Halbzeit erleben müssen, die heutige Leistung setzte aber allem die Krone auf.
Das 2:4 in der 47. Minute durch den eingewechselten Marc Kuhlewind war ein Sonntagsschuss aus 20 Metern, das 3:4 in der 49. Minute ein Elfmeter von Ben Abdellah.
Es war erschreckend, wie schlecht das Defensivverhalten der Gäste jetzt war. Immer wieder wurde einfach stehengeblieben und nicht nach hinten gearbeitet Es grenzte teilweise schon an Arbeitsverweigerung was manche Akteure heute ablieferten. Man konnte den Eindruck bekommen, dass der Eine oder Andere schon mit dem Kapitel Urbach abgeschlossen hatte und nur noch so zum Spaß auf dem Platz stand.
Trotz des Leistungseinbruchs war es umso erstaunlicher, dass die Gäste nach dem 3:4 vorübergehend wieder besser ins Spiel zurück fanden.
Trotzdem fiel in der 66. Minute der Ausgleich zum 4:4 durch den dritten Treffer des allüberragenden Ben Abellah.
Der RSV spielte aber (zumindest nach vorne) noch weiter mit und beinahe hätte Bene Habroune in der 72. Minute den Ausgleich erzielt, der Pfosten stand jedoch im Weg und so ergab sich mal wieder ein Konter, der mangels Urbacher Rückwärtsarbeit zum 5:4 für die Hausherren abgeschlossen werden konnte. Diesmal war es Nico Schmiedt, der sich in die Torschützenliste eintragen ließ.
In der Schlussphase kam dann völlig unnötig noch Farbe ins Spiel. Urbachs Fabian Mehring bekam zunächst die Ampelkarte nach einem Handspiel aus Reflex, der schwache Schiedsrichter ignorierte die fairen Aussagen der Schlebuscher, die Sache doch auf sich beruhen zu lassen.
Kurz darauf hatte sich Habroune nicht unter Kontrolle und attackierte Manuel Lombo völlig unnötig überhart an der Seitenlinie. Lombos Reaktion war verständlicherweise nicht von Freude gekennzeichnet, mit etwas Wohlwollen hätte der Unparteiische aber auf die gelb-rote Karte verzichten können.
Den endgültigen Knockout versetzte dem RSV dann, wer auch sonst, Ali Ben Abdellah in der 88. Minute mit dem Abschluss eines Konters zum 6:4
Für Urbachs Kapitän Andi Kreusch war das Maß nun voll. Verärgert über einige seiner laufunwilligen Mitspieler und den schwachen Schiedsrichter nahm er sich diesen zur Brust und erteilte wohl einige zu deutliche Ansagen. Das Motto der anstehenden Abschlussfahrt „KREUSCH ENTSCHEIDET" galt heute noch nicht, denn auch der Kapitän durfte nach seinen Unmutsbekundungen vorzeitig unter die Dusche.
Für die Urbacher Trainer beginnt nun eine schwierige Phase der Planung und Vorbereitung um in der neuen Saison mit einer homogenen Truppe in der Kreisliga B mitreden zu können.

Urbach spielte in Schlebusch mit folgender Aufstellung:
Nick Nollen, Andreas Kreusch, Sven Czakalla, Paul Sobczyk, Peter Schröder, Mirco Cwikowski (54. Fabio Grün), Alex Manns, Bene Habroune, Valentin Stamboliev (61. Emre Polat), Fabian Mehring und Dominik Krauskopf